Der umstrittene Hochwasserschutz im Falkensteiner Ortsteil Meisdorf war Thema im Umweltausschuss des Landtages. Umweltminister Armin Willingmann (SPD) sagte dabei weitere Informationsveranstaltungen und Gespräche zu. Die vorgelegte Vorzugsvariante des Talsperrenbetriebes steht in der Kritik.
Umweltausschuss berät über Schutzmaßnahmen
Auf Antrag der CDU-Fraktion befasste sich das Gremium mit den Plänen. In einer Anhörung sollten die Entscheidungsgrundlage zur Vorzugsvariante erläutert und alternative Schutz- und Präventionsmaßnahmen diskutiert werden. Die CDU betont die Lage der Grundstückseigentümer: Sie „unterliegen seit über 30 Jahren erheblichen Nutzungseinschränkungen im festgesetzten bzw. faktischen Überschwemmungsgebiet, ohne dass gleichzeitig ein adäquater Hochwasserschutz realisiert wurde. Die daraus resultierende dauerhafte Entwertung der Grundstücke kommt einer faktischen Enteignung gleich und ist aus Sicht der CDU weder hinnehmbar noch gerechtfertigt.“
Bürgermeister fordert Überprüfung der Variante
Falkensteins Bürgermeister Rico Röse (Freie Wähler) nahm als Zuhörer teil. Er begrüßte die Behandlung des Themas: „Ich fand es sehr gut, dass das Thema auf der Tagesordnung stand, und zu hinterfragen, ob die vorgestellte Variante die beste für das Selketal in Meisdorf ist.“ Röse spricht sich für ein Rückhaltebecken im Selketal aus: „Wir reden in Meisdorf von teilweise zwei Meter hohen Wänden. Das möchte ich auf keinen Fall. Wenn man aber ein kleines Rückhaltebecken vor den Hotels, vor der Thalmühle baut, damit nicht so viel Wasser durch Meisdorf fließt und damit auch die Spundwände in Meisdorf etwas niedriger werden, wären auch die Bürger und die Hoteliers beruhigt.“
Info-Veranstaltung vor Sommerpause zugesagt
Die von Willingmann zugesicherte Veranstaltung soll zeitnah und noch vor der Sommerpause stattfinden. Dann sollen Anwohner mit Ortskenntnis gehört werden, sagt der Landtagsabgeordnete Detlef Gürth (CDU): „Wenn Millionen verbaut werden, muss klar sein, dass der Schutz auch bestmöglich ist und sichergestellt werden, dass man alles getan hat, was machbar ist.“ Nach der Veranstaltung könne der Umweltausschuss sich erneut mit dem Thema befassen.
Rückhaltebecken weiterhin möglich?
Gürth sieht Chancen für ein Rückhaltebecken: Bis 2022 habe es bei allen Hochwasserschutzkonzeptionen zwei Säulen gegeben – drei Rückhaltebecken (Wippra, Straßberg, Meisdorf) und innerörtliche Schutzmaßnahmen. Jetzt fehle das dritte Rückhaltebecken. Die Sorge, dass Meisdorf teilweise aufgegeben werde, sei nicht unberechtigt. Bürger haben eine Petition mit 481 Unterschriften im Landtag eingereicht.



