Erneuerbare Energien bleiben tragende Säule der deutschen Stromversorgung
Die deutsche Stromerzeugung wurde im Jahr 2025 erneut maßgeblich durch erneuerbare Energiequellen geprägt. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stammten 58,6 Prozent der ins Netz eingespeisten Strommenge aus nachhaltigen Quellen. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Trend fort, dass Windkraft, Solarenergie und Biogas die dominierenden Pfeiler der inländischen Stromproduktion bilden.
Windkraft behauptet Spitzenposition trotz Rückgang
Obwohl die produzierte Menge leicht zurückging, blieb die Windkraft mit einem Anteil von 30 Prozent an der Gesamtstromerzeugung der wichtigste Energieträger in Deutschland. Die kontinuierliche Bedeutung der Windenergie unterstreicht ihre zentrale Rolle im deutschen Energiemix, auch wenn die installierte Leistung und die tatsächliche Einspeisung jahreszeitlichen und wetterbedingten Schwankungen unterliegen.
Photovoltaik verzeichnet historische Rekordwerte
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Bereich der Solarenergie. Die Stromeinspeisung aus Photovoltaikanlagen stieg im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden an. Damit erreichte die Solarstromproduktion sowohl in absoluten Zahlen als auch im prozentualen Anteil an der Gesamterzeugung Höchstwerte seit Beginn der statistischen Erhebung im Jahr 2018. Mit 16 Prozent Anteil an der gesamten inländischen Stromproduktion hat sich Photovoltaik zu einer der tragenden Säulen der Energiewende entwickelt.
Diese positive Entwicklung findet vor dem Hintergrund politischer Diskussionen statt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, neue kleine Solaranlagen künftig nicht mehr staatlich zu fördern, da sie sich für Verbraucher auch ohne finanzielle Unterstützung rechnen würden. Ein entsprechender Beschluss innerhalb der Koalition steht jedoch noch aus.
Konventionelle Energieträger legen moderat zu
Während die erneuerbaren Energien ihren Anteil leicht um knapp einen Prozentpunkt auf 58,6 Prozent reduzierten, verzeichneten konventionelle Energieträger ein moderates Plus. Insgesamt lieferten Kohle, Erdgas und andere fossile Quellen 181,3 Milliarden Kilowattstunden Strom, was einem Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ihr Anteil an der Gesamtstrommenge betrug damit 41,4 Prozent.
Erdgas erreichte mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 16,1 Prozent ebenfalls Rekordwerte und lag damit knapp vor der Photovoltaik. Die Stromerzeugung aus Erdgas stieg um 10,2 Prozent gegenüber 2024 und gewinnt im Zuge des geplanten Kohleausstiegs an strategischer Bedeutung.
Kohle bleibt bedeutend trotz langfristigem Ausstieg
Kohle war 2025 mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 22,1 Prozent an der Gesamtstromerzeugung der zweitwichtigste Energieträger. Obwohl Deutschland bis 2038 schrittweise aus der Kohleverstromung aussteigen will, bleibt diese Energiequelle vorerst ein wesentlicher Bestandteil der Stromversorgung. Der leichte Rückgang des Kohleanteils von 22,5 Prozent im Jahr 2024 auf 22,1 Prozent im Jahr 2025 zeigt jedoch die beginnende Transformation.
Um die wegfallende gesicherte Leistung aus Kohlekraftwerken zu kompensieren, hat die Bundesregierung den Neubau von Gaskraftwerken beschlossen. Diese sollen die Stromversorgung in Zeiten sicherstellen, in denen Sonne und Wind nicht ausreichend Energie liefern können.
Zuverlässigkeit erneuerbarer Quellen besser als angenommen
Eine Analyse der staatlichen Förderbank KfW widerlegt gängige Vorbehalte gegenüber der Zuverlässigkeit von Wind- und Solarenergie. Demnach liefern diese beiden Energiequellen nur an etwa 15 Tagen im Jahr keinen Strom. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre fielen ungünstige Bedingungen für Wind- und Solarenergie nur an vier Prozent aller Tage im Jahr zusammen. Diese Erkenntnis unterstreicht das Potenzial erneuerbarer Energien für eine stabile Grundversorgung.
Insgesamt blieb die Strommenge aus erneuerbaren Quellen mit 256,9 Milliarden Kilowattstunden im Jahresvergleich nahezu unverändert. Die leichte Verschiebung der Anteile zwischen verschiedenen erneuerbaren Quellen zeigt die dynamische Entwicklung im deutschen Energiesektor, der sich kontinuierlich in Richtung Nachhaltigkeit transformiert.



