Ein Buckelwal, der wochenlang in der Ostsee gestrandet war und bundesweit für Schlagzeilen sorgte, schwimmt nun wieder in der Nordsee. Die Rettungsaktion, die von privaten Spendern finanziert wurde, endete am Samstagmorgen erfolgreich. Das Tier, das von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt wird, tauchte nach einem letzten kräftigen Pusten in die Nordsee ab. Ob es überleben wird, ist jedoch ungewiss.
Hintergrund der Odyssee
Anfang März war der junge Buckelwal erstmals in der Ostsee nahe Timmendorfer Strand gesichtet worden. Schon damals zeigte er sich geschwächt und strandete mehrfach. Trotz erster Rettungsversuche, bei denen eine Fahrrinne ausgebaggert wurde, gelang es dem Wal nicht, dauerhaft in tiefere Gewässer zu gelangen. Er strandete erneut vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern.
Entscheidung des Umweltministers
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) stand vor einer schwierigen Entscheidung. Ein Gutachten bescheinigte dem Wal geringe Überlebenschancen. Ursprünglich wollte Backhaus das Tier seinem Schicksal überlassen. Doch öffentlicher Druck, der sich in Tausenden E-Mails und sogar Morddrohungen gegen Wissenschaftler äußerte, bewog ihn, eine privat finanzierte Rettungsaktion zu genehmigen.
Die Rettungsaktion
Die Aktion entwickelte sich zu einem Medienspektakel. Reporter aus aller Welt reisten an, Livestreams wurden von Zehntausenden verfolgt. Freiwillige wie Susanne Somma gründeten Gruppen wie „Hoffnungsträger“ und „Aktiv für Hope“, um die Rettung zu unterstützen. Minister Backhaus selbst verbrachte Nächte am Strand und zeigte sich emotional: „Wenn man ihm in die Augen geschaut hat, vergisst man das nie.“
Technische Umsetzung
Der erste Versuch, den Wal mit Hilfe einer Barge zu retten, scheiterte zunächst, da das Tier sich wieder freischwamm. Doch schließlich gelang es, den Wal in die Barge zu locken und per Schlepper in die Nordsee zu bringen. Am Ziel angekommen, pustete der Wal eine Fontäne und tauchte ab.
Ungewisse Zukunft
Ob der Wal Anschluss an eine Herde findet oder erneut strandet, ist unklar. Experten bleiben skeptisch, da das Tier geschwächt ist und möglicherweise unter einer Magen-Darm-Erkrankung leidet. Die Hoffnung der vielen Helfer ist jedoch groß. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte eine Unterstützerin.



