Die Eisheiligen gelten als entscheidende Wetterphase für Gärtner. Auch 2026 stellt sich wieder die Frage, ob im Mai noch Frost droht. Ein Wetterexperte gibt Antworten.
Die Garten- und Balkonsaison startet eigentlich erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Denn einer alten Bauernregel zufolge ziehen in dieser Zeit noch einmal Frost und kalter Wind durchs Land. Wie werden die Eisheiligen 2026 in Sachsen-Anhalt ausfallen? Und wie wirkt sich die Klimakrise auf das Wetterphänomen aus?
Eisheilige nach neuem Kalender erst Ende Mai
Die Eisheiligen sind in der Regel auf die Zeit vom 11. bis 15. Mai datiert. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt, ist dies aber nur bedingt richtig. Denn diese Bauernregel stammt aus der Zeit des Julianischen Kalenders. Nach dem Julianischen Kalender gibt es fünf Eisheilige im Mai: Mammertus am 11. Mai, Pankratius am 12. Mai, Servatius am 13. Mai, Bonifatius am 14. Mai und die „Kalte Sophie“ am 15. Mai.
Die „Kalte Sophie“ markiert am 15. Mai traditionell das Ende der Frostgefahr in Deutschland. Deshalb sind die Eisheiligen gerade für Gärtner ein wichtiger Orientierungspunkt. „Heute nutzen wir den Gregorianischen Kalender. Nach letzterem wären die Eisheiligen erst etwa zehn Tage später. Der letzte Tag der Eisheiligen, die ‚Kalte Sophie‘, findet sich nach dem alten Kalender am 15. Mai, nach dem neuen erst am 26. Mai“, so ein Experte vom DWD Leipzig.
Eisheilige 2026: Darauf können sich Hobbygärtner einstellen
„Aus heutiger Sicht deutet wenig auf klassische Eisheilige hin“, erklärt Wetterexperte Dominik Jung auf Anfrage. Für den Zeitraum der Eisheiligen werden demnach sogar leicht überdurchschnittliche Temperaturen erwartet. Der Meteorologe rechnet mit Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad. Eine markante Kältephase ist derzeit nicht in Sicht.
Ein Restrisiko für Frost bleibt dennoch weiterhin bestehen. „Aktuell sehen wir die Frostgefahr aber nicht punktgenau zu den Eisheiligen, sondern eher in der Phase davor – also zum Monatswechsel April/Mai“, so Jung. Für Hobbygärtner heißt das, frostempfindliche Pflanzen lieber erst nach der „Kalten Sophie“ nach draußen zu stellen.
Ein aktuelles Hochdruckgebiet westlich von Deutschland lenkt laut Jung kühle Nord- bis Nordostluft nach Sachsen-Anhalt. Klare, windschwache Nächte begünstigen dabei „Strahlungsfrost“, also kühle Luft in Bodennähe. Dieses Phänomen hatte zuletzt zu Frostnächten geführt. Für diese Jahreszeit sei das normal, im Vergleich zu den vergangenen Jahren aber auffälliger.
Die Langfristmodelle deuten für den Mai in Sachsen-Anhalt auf Temperaturen bis 25 Grad hin, wie Dominik Jung sagt. So frühe Einschätzungen seien aber mit Vorsicht zu betrachten. „Sorgen bereitet uns aber die Niederschlagsbilanz“, so Jung. Der April war sehr trocken. In den kommenden Wochen ist bislang keine nachhaltige Regenphase in Sicht.
Klimawandel beeinflusst die Eisheiligen
Sollten die Prognosen zutreffen, dann verläuft der Übergang zum Sommer kurz nach den Eisheiligen 2026, denn Frostnächte und Hitzetage könnten in diesem Jahr ungewöhnlich nah beieinander liegen. Die Erderwärmung trägt spürbar dazu bei, dass Wetterphänomene gemildert oder verstärkt werden beziehungsweise früher oder später auftreten. Frühling und Sommer verschieben sich demnach immer weiter nach vorne.



