Gut Lewitz wandelt sich zum grünen Kraftwerk: Windräder und Biogasanlage entstehen
Gut Lewitz wird zum grünen Kraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Gut Lewitz wandelt sich zum grünen Kraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Während andernorts Windenergieprojekte oft nur angekündigt werden und Planungsverfahren die Bevölkerung verunsichern, wird auf dem Gelände des Gutes Lewitz bei Neustadt-Glewe bereits konkret gebaut. Direkt an der Autobahn 14 entstehen derzeit zwei imposante Windkraftanlagen, die das traditionsreiche Gestüt zu einem bedeutenden Energielieferanten machen sollen.

Windgiganten mit 245 Metern Höhe entstehen

Matthias Nordlohne, Geschäftsführer der Gut Lewitz GmbH, bestätigte den Bau der beiden Windtürme auf der westlichen Seite der A14. „Das Thema Windenergie war wegen einiger geeigneter Flächen auf unserem Gutsgelände in den vergangenen Jahren immer wieder im Gespräch“, erklärt Nordlohne. „So richtig Fahrt hat die Sache erst in den vergangenen drei oder vier Jahren aufgenommen.“

Für die Realisierung des Projekts hat sich das Gut bewusst Zeit genommen, um den richtigen Projektentwickler zu finden. Mit dem Rostocker Unternehmen „Windprojekt“ wurde schließlich ein kompetenter Partner gefunden. Tobias Bölke vom Unternehmen bestätigte die technischen Details:

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  • Jeder der beiden Türme erreicht eine Leistung von 6,8 Megawatt
  • Gemessen an der Rotorspitze werden die Anlagen 245,5 Meter hoch
  • Es handelt sich um Turbinen der Firma Nordex
  • Für die Einspeisung wurde ein Kabel zum Umspannwerk nahe Brenz verlegt
  • Die Inbetriebnahme ist für Dezember dieses Jahres geplant

Vom Gestüt zum Energieproduzenten

Das Gut Lewitz ist eigentlich für seine erfolgreiche Pferdezucht bekannt und gehört dem bekannten Springreiter und Pferdezüchter Paul Schockemöhle. Es handelt sich um eines der größten Gestüte Europas in Mecklenburg-Vorpommern. Doch nun kommen die erneuerbaren Energien als zusätzliches Standbein hinzu.

„Die Energiegewinnung auf unserem weitläufigen Gelände ist eine vielversprechende Möglichkeit, die Einnahmen zu verbessern“, betont Geschäftsführer Nordlohne. Die beiden aktuell im Bau befindlichen Windtürme könnten dabei erst der Anfang sein.

Weitere Projekte in Planung

Die Pläne für das Gut Lewitz gehen deutlich über die beiden aktuellen Windkraftanlagen hinaus:

  1. Vier weitere Windtürme: Auf der östlichen Seite der Autobahn werden Gespräche mit Anbietern für vier zusätzliche Anlagen geführt. Für diese müsste eine neue Erschließung und möglicherweise eine Umspannstation gebaut werden.
  2. Solaranlagen: Kontakte mit Investoren für Solarprojekte auf beiden Seiten der Autobahn bestehen bereits. Im Gespräch ist insbesondere Agri-Photovoltaik, bei der durch aufgeständerte oder vertikale Module die Flächen weiter landwirtschaftlich nutzbar bleiben.
  3. Biogasanlage: Bereits beschlossen ist der Bau einer Biogasanlage, die Pferdemist verwerten kann. Die entsprechende Fläche ist bereits vorbereitet.

Diese Kombination verschiedener erneuerbarer Energiequellen ist besonders sinnvoll, wenn man die Dimensionen des Gutes bedenkt: Auf den 5000 Hektar Fläche leben aktuell mehr als 5000 Pferde. Die bereits vorhandenen Solaranlagen auf etlichen Dächern des Geländes zeigen, dass das Thema Energieversorgung hier bereits eine Rolle spielt.

Standortvorteile und Akzeptanz

Ein besonderer Vorteil des Standorts ist die geringe Konfliktlage mit Anwohnern. „Proteste von Anwohnern sind in diesem Bereich nicht zu erwarten, da sich die Wohnbebauung sehr weit weg befindet“, erklärt Nordlohne. Für die ersten beiden Anlagen fungiert das Gut lediglich als Verpächter der Flächen, für die möglichen vier weiteren Anlagen wird auch eine Beteiligung des Gestüts geprüft.

Sollten alle geplanten Projekte realisiert werden, würden aus dem Bereich des Gestüts Lewitz künftig beachtliche Mengen an Strom ins Netz fließen. Die Windgiganten werden die Region nicht nur energetisch, sondern auch optisch neu prägen und zeigen, wie traditionelle Landwirtschaft und moderne Energieerzeugung erfolgreich kombiniert werden können.

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