Gesetzentwurf droht privaten Solaranlagen das Aus
Der Bau kleiner privater Solardachanlagen in Deutschland steht vor einer existenziellen Bedrohung. Laut einem internen Gesetzentwurf, der dem SPIEGEL vorliegt, plant das Bundeswirtschaftsministerium unter Minister Robert Habeck gleich vier neue regulatorische Hürden, die die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen massiv einschränken könnten.
Vier neue Hürden im Detail
Der Entwurf, der als "Frontalangriff auf kleine Solaranlagen" kritisiert wird, umfasst Maßnahmen, die von erhöhten bürokratischen Anforderungen bis zu finanziellen Belastungen reichen. Experten warnen, dass diese Veränderungen den Ausbau der dezentralen Energiewende in Privathaushalten erheblich verlangsamen oder sogar stoppen könnten.
Betroffen sind vor allem Eigenheimbesitzer und kleine Gewerbebetriebe, die in den letzten Jahren verstärkt auf Photovoltaik setzten, um Energieunabhängigkeit zu erlangen und die Energiekosten zu senken. Die geplanten Einschnitte könnten dazu führen, dass sich Investitionen in Solartechnik nicht mehr amortisieren.
Reaktionen und Hintergründe
Die Pläne lösen in der Branche und bei Umweltverbänden scharfe Kritik aus. Sie sehen darin einen Rückschritt für die Klimaziele und eine Benachteiligung privater Engagement im Bereich erneuerbarer Energien. Das Wirtschaftsministerium hat sich zu dem vorliegenden Entwurf bisher nicht öffentlich geäußert.
Der Gesetzentwurf fällt in eine Zeit, in der die Solarbranche in Deutschland ohnehin mit Herausforderungen wie Lieferengpässen und steigenden Materialkosten kämpft. Die zusätzlichen regulatorischen Belastungen könnten viele Projekte unwirtschaftlich machen und den Trend zur dezentralen Energieerzeugung umkehren.



