Die Lebenshaltungskosten in Sachsen-Anhalt sind im April deutlich gestiegen. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag die Inflationsrate bei 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit überschritt die Teuerung erstmals seit Monaten wieder die Drei-Prozent-Marke. Im März hatte die Rate noch 2,6 Prozent betragen, im Februar 2,0 Prozent. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich für einen Euro nun weniger leisten als noch vor einem Jahr.
Energiepreise als Haupttreiber
Die Preise für Energie stiegen im Jahresvergleich um durchschnittlich 12,4 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg bei Dieselkraftstoff aus: Hier legten die Preise um 44,6 Prozent zu. Heizöl inklusive Betriebskosten verteuerte sich um 33,2 Prozent, Flüssiggas und die Befüllung von Tankbehältern um 31,1 Prozent. Auch Superbenzin kostete 24 Prozent mehr als im April 2025.
Es gab jedoch auch Entlastungen: Strom wurde um 1,4 Prozent günstiger, Erdgas inklusive Betriebskosten um zwei Prozent. Auch Fernwärme verbilligte sich leicht. Die Entwicklung zeigt, dass die Energiepreise stark schwanken und unterschiedliche Auswirkungen auf die Haushalte haben.
Bildungskosten steigen überdurchschnittlich
Neben Energie verteuerten sich auch andere Bereiche überdurchschnittlich. Die Kosten für Bildung stiegen im Schnitt um 6,6 Prozent. Besonders deutlich war der Anstieg bei Studien- und Immatrikulationsgebühren mit plus 14,7 Prozent. Auch die Entgelte für weiterführende Schulen erhöhten sich um 8,4 Prozent. Familien und Studierende sind daher besonders belastet.
Nahrungsmittel und Genussmittel
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen um 1,5 Prozent. Alkoholische Getränke und Tabakwaren verteuerten sich um durchschnittlich 4,2 Prozent. Ein Lichtblick: Pauschalreisen waren im April 3,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Dies könnte auf eine schwächere Nachfrage oder veränderte Buchungsmuster zurückzuführen sein.
Die Inflationsrate in Sachsen-Anhalt liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt. Experten erwarten, dass die Energiepreise auch in den kommenden Monaten ein wesentlicher Faktor für die Preisentwicklung bleiben werden.



