Solarausbau in Deutschland stockt: Privatanlagen brechen ein
Solarausbau stockt: Privatanlagen brechen ein

Der Bau neuer Solaranlagen in Deutschland verlangsamt sich. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur mitteilt, ging die neu installierte Leistung im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent zurück. Insgesamt wurden rund 3,5 Gigawatt Maximalleistung zugebaut.

Starke Rückgänge im Gebäudebereich

Besonders betroffen ist der Privatbereich: Die neu installierte Leistung auf Hausdächern sank um 21 Prozent auf 0,85 Gigawatt. Noch drastischer fiel der Rückgang im Gewerbedachsegment aus: Hier brach der Zubau um 33 Prozent auf 0,6 Gigawatt ein. Auch Balkonkraftwerke, die als günstige Einstiegsoption gelten, verzeichneten einen Rückgang um sechs Prozent auf 0,09 Gigawatt.

Freiflächenanlagen legen zu

Dass der Gesamtrückgang nicht noch stärker ausfiel, ist auf einen deutlichen Zuwachs bei Freiflächenanlagen zurückzuführen. Diese größeren, aber weniger zahlreichen Anlagen steigerten ihre neu installierte Leistung um 20 Prozent auf 1,97 Gigawatt.

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Verband warnt vor Fördereinschnitten

Der BSW-Solar warnt angesichts der Entwicklung vor weiteren Kürzungen bei der Förderung. Zwar erwartet der Verband in den nächsten Wochen eine „zumindest leichte Belebung der Nachfrage“ aufgrund der jüngsten Energiekrise und von Vorzieheffekten. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig betont jedoch: „Dies ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen.“

Körnig unterstreicht die Bedeutung eines beschleunigten Ausbaus erneuerbarer Energien: „Die erneute Energiekrise zeigt, wie wichtig es ist, Deutschland mit Hilfe eines schnelleren Ausbaus von erneuerbaren Energien und Speichern unabhängiger von teuren Energieimporten zu machen. Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den beliebtesten Energiepreisdämpfer der Bürgerinnen und Bürger.“

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