Windkraftpläne in Vorpommern: Gebiete nördlich der Peene vorerst gestrichen
Im Sommer 2024 sorgten drei plötzlich aufgetauchte Windkrafteignungsgebiete innerhalb und in unmittelbarer Nähe der Gemeinde Rubkow für großes Erstaunen. Diese Flächen waren Teil des ersten Entwurfs der Gesamtfortschreibung des regionalen Raumentwicklungs-Programmes, den die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern beschlossen hatte. Das Ziel: Durch Dutzende neu ausgewiesene Gebiete sollte das im Landesplanungsgesetz festgeschriebene Flächenziel von 2,1 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen bis zum Jahr 2032 erreicht werden.
Einwände führen zur Streichung der Gebiete
Bereits bei der Versammlung wurde betont, dass es sich um einen ersten Entwurf handele, gegen den Einwände vorgebracht werden könnten. Die Gemeinde Rubkow nutzte diese Möglichkeit mit Unterstützung eines Anwalts. Ob dies direkt den Ausschlag gab, ist unklar – fest steht jedoch, dass die drei Gebiete im aktuellen zweiten Entwurf der Gesamtfortschreibung, der Ende Januar auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung stand, nicht mehr enthalten sind.
Die Verbandsversammlung, die über alle wichtigen Angelegenheiten des Planungsverbandes entscheidet, setzt sich unter anderem aus den Landräten der Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald, den Oberbürgermeistern der großen Städte Greifswald und Stralsund sowie den Bürgermeistern der Mittelzentren Anklam, Pasewalk, Ueckermünde und Wolgast zusammen.
Betroffene Flächen im Detail
Konkret betroffen von der Streichung sind ein Gebiet in der Gemeinde Rubkow nördlich des Ortsteiles Wahlendow sowie zwei weitere nahe den Grenzen zu den Nachbarkommunen Lassan und Murchin. Zusätzlich ist ein Gebiet nördlich von Schmatzin in der entsprechenden Karte nicht mehr aufgeführt. Gleichzeitig wurden einige Windkrafteignungsgebiete im Amt Anklam Land vergrößert oder verkleinert, was auf Anpassungen in der regionalen Planung hindeutet.
Flächen könnten später wieder infrage kommen
Gänzlich vom Tisch sind die Flächen speziell nördlich der Peene jedoch nicht. Laut dem Textteil des neuen Entwurfs soll vorerst lediglich das bis 2027 vom Gesetzgeber vorgegebene Zwischenziel erreicht werden: 1,4 Prozent der Fläche innerhalb der Planungsregion Vorpommern als Windkrafteignungsgebiete auszuweisen. Der Planungsverband beabsichtigt zudem, zur Erfüllung des Flächensziels von 2,1 Prozent bis zum Jahr 2032 eine Teilfortschreibung durchzuführen.
Für diese Teilfortschreibung wären weitere Ausweisungen von Vorranggebieten für Windenergieanlagen erforderlich. Potenziell könnten dann auch die Flächen wieder infrage kommen, die im aktuellen Entwurf nicht mehr aufgeführt sind. Dies bedeutet, dass die Diskussion um Windkraft in dieser Region keineswegs abgeschlossen ist, sondern lediglich eine vorübergehende Pause einlegt.
Die Entwicklung zeigt, wie komplex und dynamisch die Planung von Windkraftprojekten in Vorpommern verläuft. Lokale Einwände, rechtliche Rahmenbedingungen und übergeordnete Ziele zur Energiewende müssen sorgfältig abgewogen werden. Die betroffenen Gemeinden wie Rubkow bleiben somit weiterhin im Fokus der regionalen Energieplanung, auch wenn konkrete Projekte momentan zurückgestellt wurden.



