Chinas systematische Klimastrategie und der deutsche Einfluss
Während deutsche Medien China als vermeintlichen Klimavorreiter feiern, verfolgt Peking eine durchdachte Strategie zur Machtausweitung. Hinter der chinesischen Energiepolitik stehen systematische Steuerungsprinzipien, die darauf abzielen, mit klimafreundlichen Technologien aus fossiler Energieproduktion den europäischen Markt zu dominieren.
Die Dominanz auf dem Markt für erneuerbare Energien
Die aktuelle EU-Analyse "The dragon in the grid" warnt eindringlich vor der chinesischen Kontrolle über den Markt für Solar- und Windkraft. Diese marktbeherrschende Stellung erschwert es europäischen Herstellern erheblich, zu konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren, während chinesische Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile genießen.
China betreibt laut Analysen des Strategic Communication Center of Excellence der Nato eine "systematische Narrativ-Steuerung" mit Fokus auf westliche Schuldgefühle. Diese Strategie erreicht auch deutsche Diskurse und verknüpft Klimathemen gezielt mit geoökonomischen Interessen.
Doppelstrategie: Druck und Lobbyismus
Einerseits nutzt China die Klimapolitik als Druckmittel gegenüber dem Westen, andererseits setzt es auf einflussreiche Netzwerke, die gezielt in öffentliche Debatten eingreifen. Das US-Verteidigungsministerium bewertet diesen Ansatz als "gesamtstaatliche Strategie zur Gestaltung des Informationsumfelds".
Auf der UN-Klimakonferenz in Brasilien forderte China jüngst, dass alte Industrieländer ihre Klimaziele verschärfen und das CO₂-Null-Ziel bereits "vor 2040" erreichen sollten. Dabei betrachtet sich China weiterhin als Entwicklungsland, das im Gegensatz zum Westen ungebremst CO₂ emittieren darf.
Finanzielle Einflussnahme und Netzwerke
Die Einflussnahme erfolgt auch über finanzielle Kanäle. Die Energy Foundation China (EFC) mit Sitz in San Francisco unterstützt zahlreiche westliche Klimaorganisationen mit erheblichen Geldsummen. Allein 2023 erhielten 14 führende Umweltverbände in den USA von der EFC eine Gesamtfinanzierung von über 497 Millionen US-Dollar.
Diese Netzwerke sind gut dokumentiert: Das Rocky Mountain Institute (RMI), ebenfalls Empfänger von EFC-Geldern, veröffentlichte eine Studie gegen Gasherde, die zur Umstellung auf Elektrogeräte aufrief. Diese Elektrifizierung verschiebt die Nachfrage genau in jene Wertschöpfungsketten, die China dominiert.
Deutschland als strategischer Partner
Deutschland fungiert als besonders attraktiver Markt für chinesische Produkte der Erneuerbare-Energien-Branche. Gemeinsam mit Aktivisten-Organisationen richtet Deutschland regelmäßig einen "Klima- und Transformationsdialog" mit chinesischen Delegierten aus.
Im China Council for International Cooperation on Environment and Development (CCICED) agiert Deutschland als Geber und Partner. Kritiker bemängeln, dass CCICED von hohen chinesischen Parteifunktionären gesteuert werde und der "Einflussnahme unter dem Deckmantel internationaler Umweltkooperation" diene.
Strategische Prioritäten und industrielle Macht
Hinter Chinas Energiepolitik steht das Konzept des "Sequencing": Strategische industrielle Macht muss vor Emissionsreduktionen gehen. Während Deutschland und die EU Lasten der Emissionsreduzierung übernehmen und die eigene Industrie schwächen, hat China seine Emissionen massiv erhöht und mit billiger Energie seine Industrie aufgebaut.
China setzt weiterhin wesentlich auf fossile Energie: 95 Prozent der weltweit im Bau befindlichen Kohlekraftwerkskapazität im Jahr 2023 befanden sich in China. Das Land baut mehr als 90 Prozent aller globalen Kohlekraftwerke und hat seinen Kohlebergbau auf Rekordniveau gesteigert.
Ökonomische Konsequenzen für Europa
Chinas Exportoffensive für klimafreundliche Technologie kann zwar die globale Dekarbonisierung verbilligen, geht jedoch ökonomisch zulasten Europas. Die "grünen" Lieferketten Chinas beruhen auf fossiler Energie, was chinesische Produkte wie Nickel, Aluminium, Metall, Silicium und Kunststoffe weiterhin deutlich günstiger macht als europäische Alternativen.
Forscher des Breakthrough-Instituts warnen, dass das von Lobbys getriebene China-Narrativ gezielt versucht, Klimapolitik im Westen populär zu machen. Dieser strategische Ansatz zeigt Erfolge – allerdings vor allem für China selbst, während Europa ökonomisch ins Hintertreffen gerät.



