Zigtausende Menschen betroffen: Beliebte Ostseeinsel droht im Meer zu versinken
Der Klimawandel zeigt in Deutschland immer deutlichere Auswirkungen. Während in manchen Regionen bereits zu Jahresbeginn Wasserknappheit herrscht, wächst an den Küsten eine ganz andere, existenzielle Bedrohung: Das Meer rückt unaufhaltsam näher. Der steigende Meeresspiegel könnte dramatische Konsequenzen haben, wobei Teile der deutschen Küsten an Nord- und Ostsee bis zum Ende dieses Jahrhunderts unter Wasser stehen könnten. Besonders gefährdet ist dabei die beliebte Ostseeinsel Fehmarn in Schleswig-Holstein.
Wie hoch die Ostsee tatsächlich steigen könnte
Meeresforscher prognostizieren einen Anstieg des Ostseespiegels um bis zu 80 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Die Hauptursache dafür ist das beschleunigte Abschmelzen der Eismassen an den Polkappen. Satellitenmessungen dokumentieren eindrucksvoll, wie massiv Grönland und die Antarktis Eis verlieren. Laut dem renommierten Alfred-Wegener-Institut gehen etwa zwei Drittel des weltweiten Meeresspiegelanstiegs auf diese Entwicklung zurück. Der verbleibende Anteil entsteht durch die fortschreitende Erwärmung der Ozeane selbst.
Fehmarn steht besonders im Fokus der Gefahr
Besonders alarmierend sind die Berechnungen der HafenCity Universität Hamburg. Wissenschaftler haben in mehreren detaillierten Szenarien simuliert, welche Folgen ein steigender Meeresspiegel für die deutschen Küstenregionen hätte. Schon bei einem moderaten Anstieg von 47 Zentimetern könnten auf Fehmarn weite Teile des Nordens und Westens überflutet werden. Orte wie Orth, Püttsee, das bekannte Nabu-Wasservogelreservat Wallnau sowie der beliebte Campingplatz in Puttgarden würden im Wasser versinken. Dörfer wie Sulsdorf, Kopendorf und Schlagsdorf lägen dann unmittelbar an der neu geformten Küstenlinie.
Steigt der Meeresspiegel um 1,40 Meter, was in pessimistischeren Szenarien durchaus möglich ist, würden zusätzliche Gebiete Fehmarns untergehen. Betroffen wären dann unter anderem Bojendorf, Sulsdorf und weitere Bereiche von Puttgarden. Einige derzeit noch unbewohnte Inseln vor der deutschen Küste könnten für immer von der Landkarte verschwinden.
Zigtausende Menschen direkt betroffen
Insgesamt könnten an Nord- und Ostsee bis zu 1430 Quadratkilometer Land dauerhaft überflutet werden. Mehr als 18.000 Menschen wären in ihrer Existenz direkt betroffen. Klimaexperte Dominik Jung betont jedoch: „Wenn der CO₂-Ausstoß weltweit signifikant sinkt, kann sich diese bedrohliche Entwicklung abschwächen oder sogar umkehren.“
Natürliche Ereignisse wie große Vulkanausbrüche könnten das Klima kurzfristig abkühlen. Der historische Ausbruch des Tambora im Jahr 1815 führte zum berühmten „Jahr ohne Sommer“. Auch der Pinatubo senkte 1991 die globale Durchschnittstemperatur für einige Jahre um bis zu 3 Grad Celsius. Solche Effekte sind jedoch meist nur von kurzer Dauer und halten in der Regel nur ein bis drei Jahre an.
Ob es zu einer Rettung oder einem teilweisen Untergang kommt: Die Küsten Deutschlands stehen zweifellos vor enormen Veränderungen. Die Zeit für wirksame Gegenmaßnahmen drängt zunehmend, während die Prognosen der Wissenschaftler immer präziser und beunruhigender werden.



