Vier Jahre Krieg: Massive Klimaschäden durch russischen Angriff auf die Ukraine
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat nicht nur unermessliches menschliches Leid verursacht, sondern auch die Umwelt und das Klima in bisher unvorstellbarem Ausmaß geschädigt. Neue Berechnungen der Initiative zur Treibhausgasbilanzierung von Kriegen (IGGAW) offenbaren erschreckende Zahlen: In den vier Jahren seit Kriegsbeginn im Februar 2022 wurden insgesamt 311 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente in die Atmosphäre freigesetzt.
Kriegsaktivitäten als Hauptverursacher
Die Analyse zeigt, dass der Krieg selbst direkt für mehr als ein Drittel (37 Prozent) dieser Emissionen verantwortlich ist. Militärische Operationen verbrauchen enorme Mengen an fossilen Brennstoffen, darunter Kerosin für Kampfjets, Diesel für Panzer und Öl für Kriegsschiffe. Diese Verbrennung setzt kontinuierlich klimaschädliche Gase frei und trägt maßgeblich zur globalen Erwärmung bei.
Waldbrände verschärfen die Klimakrise
Ein weiterer signifikanter Faktor sind die durch Kriegshandlungen ausgelösten Wald- und Buschbrände. Diese verheerenden Feuer, die überwiegend an Frontlinien und in Grenzregionen wüteten, sind für fast ein Viertel der gesamten Kriegsemissionen verantwortlich. Die Brände setzen nicht nur Kohlendioxid frei, sondern zerstören auch wichtige Kohlenstoffspeicher und Ökosysteme, was langfristige Folgen für das Klima hat.
Ukraine fordert Klimaschadensersatz
Angesichts dieser verheerenden Bilanz hat die Ukraine auf der Uno-Klimakonferenz in Brasilien im November konkrete Forderungen gestellt. Das Land verlangt von Russland Schadensersatz in Höhe von 57 Milliarden US-Dollar für die während des Krieges entstandenen Klimaschäden. Diese Mittel sollen einen umweltfreundlichen Wiederaufbau nach Kriegsende ermöglichen. Die Ansprüche sollen beim Schadensregister für die Ukraine des Europarats eingereicht werden.
Vergleich mit deutschen Emissionen
Die 311 Millionen Tonnen klimaschädlicher Gase, die in vier Jahren Krieg freigesetzt wurden, entsprechen etwa der Hälfte der jährlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands. Diese Relation verdeutlicht das enorme Ausmaß der klimatischen Kriegsfolgen. Während sich der Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar zum vierten Mal jährt, zeigen diese Zahlen, dass die Auswirkungen weit über die unmittelbaren Kampfhandlungen hinausgehen und globale Klimafolgen haben.



