Schneekatastrophe in Japan: Armee im Dauereinsatz gegen meterhohe Schneemassen
Der extreme Winter hat Japan mit voller Wucht getroffen und eine verheerende Schneekatastrophe ausgelöst. Seit Ende Januar sorgen historische Schneefälle, insbesondere im Norden des Landes, für chaotische Zustände und menschliches Leid. Die Bilanz ist erschütternd: Bisher sind 46 Menschen ums Leben gekommen, 558 weitere wurden verletzt. Die japanische Armee ist in einem groß angelegten Katastropheneinsatz im Einsatz, um die Schneemassen zu beseitigen und die Bevölkerung zu unterstützen.
Tödliche Unfälle und eingestürzte Häuser
Laut offiziellen Angaben der japanischen Behörden ereigneten sich viele der tödlichen Unfälle, weil plötzlich Schneemassen von Dächern auf darunter stehende Bewohner stürzten oder Menschen bei Räumarbeiten verunglückten. Aus den betroffenen Gebieten wurden auch Meldungen über eingestürzte Häuser gemeldet, was die Gefahrenlage zusätzlich verschärft. In einigen Fällen lagen Leichen den Berichten zufolge mehrere Tage unentdeckt unter den gewaltigen Schneebergen.
Rekordschneefälle mit historischem Ausmaß
Die Schneefälle erreichen ein bisher unbekanntes Ausmaß und gehen vor allem über Nordjapan nieder. Besonders entlang der Küste zum Japanischen Meer lösten die Schneemassen ein massives Verkehrschaos aus. Eine riesige Kaltfront hatte für Rekordniederschläge gesorgt, und auch derzeit schneit es vielerorts weiter. In Städten wie Aomori oder Ajigasawa liegt der Schnee in diesem Winter mehr als einen Meter hoch. Früheren Meldungen zufolge wurden in einigen Regionen Nordjapans sogar viereinhalb Meter hohe Schneeberge gemessen – ein absoluter Rekordwert.
Armee zur Katastrophenhilfe angefordert
Angesichts der dramatischen Situation forderte Gouverneur Soichiro Miyashita aus Aomori Anfang Februar die japanische Armee zur Katastrophenhilfe an. Soldaten helfen seitdem vor allem älteren und allein lebenden Menschen in der Region beim Schneeräumen. Das mit Schaufeln bewaffnete 5. Infanterieregiment ist beispielsweise auf Dächern in Aomori im Einsatz, um die gefährlichen Lasten zu reduzieren. Die Stadtverwaltung von Aomori gab zu, dass sie allein nicht in der Lage ist, Straßen und Häuser freizuschaufeln.
Gefahr durch Lawinen und nassen Schnee
Zwischenzeitlich stiegen die Temperaturen in Aomori auf etwa 8 Grad Celsius an, was die Gefahr für Lawinen sowie für schwere, nasse Schneemassen erhöht, die von Dächern herabfallen können. Die Behörden warnten eindringlich: „Wir bitten die Bewohner, vorsichtig zu sein und auf Schneefall und Lawinen zu achten“. Bahnmitarbeiter versuchen verzweifelt, die Gleise freizuschaufeln, um den Verkehr wieder in Gang zu bringen, doch die Schneemassen scheinen kaum zu bändigen.
Die Schneekatastrophe in Japan zeigt einmal mehr, wie verwundbar selbst hoch entwickelte Gesellschaften gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Der Einsatz der Armee unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage, während die Menschen in den betroffenen Regionen weiterhin um ihr Leben fürchten müssen.



