Gruseliger Lärm im Stall: 22 trächtige Schafe nach Angriff in Usadel tot
22 trächtige Schafe nach Angriff in Usadel tot

Gruseliger Lärm im Stall: 22 trächtige Schafe nach Angriff in Usadel tot

Ein schreckliches Ereignis hat sich Anfang Februar in Usadel an der Bundesstraße 96 zugetragen. Aus einer ehemaligen LPG-Halle drangen gruselige Geräusche, die eine Anwohnerin veranlassten, den Schäfer Mathias Mackedanz zu alarmieren. Was der Landwirt vorfand, übersteigt die schlimmsten Befürchtungen: 21 trächtige Mutterschafe waren bereits tot, ein weiteres Tier starb wenig später an inneren Verletzungen.

DNA-Analyse bringt keine Klarheit

Die brennende Frage, ob ein Wolf oder ein Hund für das Gemetzel verantwortlich ist, bleibt trotz aufwändiger Untersuchungen unbeantwortet. 16 Tage dauerte die Auswertung der DNA-Proben, doch das Ergebnis ist für den Schäfer unbefriedigend: „Ob es ein Wolf oder ein Hund gewesen war, kann nicht festgestellt werden“, erklärt Mackedanz enttäuscht. Die Analyse von Biss- und Pfotenspuren ergab ebenfalls kein klares Resultat.

Der Landwirt vermutet entweder einen jungen, unerfahrenen Wolf oder einen sehr großen Hund als Täter. Auffällig sei, dass bei den meisten Opfern der typische Kehlbiss fehle. Stattdessen seien Verletzungen an Keulen, Schultern und Eutern festzustellen, bei manchen Tieren sogar gar keine Bissspuren. „Ein typischer Wolfsriss sieht eigentlich anders aus“, so der erfahrene Schäfer.

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18.000 Euro Schaden und traumatisierte Tiere

Der materielle Schaden ist immens: Mackedanz schätzt den Verlust auf rund 18.000 Euro, wobei der Ausfall der Mutterschafe, ihrer ungeborenen Lämmer und einer weiteren verloren gegangenen Generation berücksichtigt wird. Zwei bis drei Jahre werde es dauern, bis dieser kompensiert sei.

Doch weit schlimmer als der finanzielle Verlust ist das Trauma: „Die Trauer über den unbarmherzigen Tod meiner Tiere und das Trauma der überlebenden Tiere sind kaum durch Geld wettzumachen“, betont der Schäfer. Die überlebenden Schafe seien nervös und deutlich verstört, da sie mitten im Geschehen gewesen seien.

Blut und Pfotenabdrücke im Schnee

Der Angriff ereignete sich mitten am Tag, einem Samstag gegen 14.30 Uhr. Die alarmierte Anwohnerin hatte Geräusche gehört, die wie Knurren und Brüllen eines großen Hundes klangen, traute sich aber nicht, nachzuschauen. Als Mackedanz am Unglücksort eintraf, fand er neben den toten Tieren Blutflecken im Schnee und große Fußspuren mit langen Krallenabdrücken.

Es war bereits der dritte Vorfall dieser Art, den der Schäfer miterleben musste. Zu Jahresbeginn 2024 wurden vier seiner Schafe an der Lieps gerissen, im Mai des Vorjahres starben zehn Lämmer und zwei Muttertiere auf einer Weide zwischen Rühlow und Warlin. „Man stumpft tatsächlich langsam ab, so schlimm das klingt“, gesteht Mackedanz, „aber vergessen werde ich keinen der Vorfälle“.

„Die kommen immer dichter“

Die Gegend an der Lieps zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg ist bekanntes Wolfsrevier. „Und die kommen immer dichter“, warnt der Schäfer. Regelmäßig bekomme er Wölfe oder deren Spuren zu Gesicht. Erst vor drei Wochen sei ein totes, gerissenes Reh auf dem Radweg gefunden worden.

Im Herbst habe Mackedanz sogar einen Wolf ertappt, der sich seiner Herde näherte. Mit seinem Pickup versuchte er, das Tier abzudrängen, doch der Wolf ließ sich nicht stören. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass derart zutrauliche Wölfe sich auch in Ställe wagen“, so der Landwirt.

Forderung nach Konsequenzen

Der Schäfer fordert klare Maßnahmen: „Auffällige Wölfe“, die sich Siedlungen nähern oder wiederholt Nutztiere angreifen, müssten schnell und unbürokratisch „entnommen werden dürfen“. Andernfalls sehe er für die Weidetierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern langfristig keine Zukunft.

Die bisherigen Schutzmaßnahmen scheinen nicht auszureichen. Selbst Zäune, Ställe und Herdenschutzhunde bieten keine Garantie, wie der jüngste Fall aus Bredenfelde im Januar zeigte, wo Wölfe trotz präsenter Hunde sieben tragende Mutterschafe, vier Lämmer und eine Ziege gerissen hatten.

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Für Mathias Mackedanz bleibt nun nur die Hoffnung auf Kulanz der Behörden. Doch die Unsicherheit, ob Wildtier oder domestizierter Verwandter für den Angriff verantwortlich ist, macht die Situation besonders bitter. Der Schäfer aus Alt Käbelich steht vor den Trümmern eines Teils seiner Herde – und vor der Frage, wie er seine Tiere in Zukunft schützen kann.