Frost auf dem Acker: Warum Landwirte jetzt teure Entscheidungen treffen müssen
Frost auf dem Acker: Teure Entscheidungen für Landwirte

Frost auf dem Acker: Warum Landwirte jetzt teure Entscheidungen treffen müssen

Der Schnee knirscht unter den Schuhen, während sich die weiße Decke langsam von den Feldern zurückzieht. Vereinzelt schimmern schon grüne Spitzen durch das Tauwasser, doch einige Blätter des Rapses tragen bereits braune Verfärbungen. Ein Anblick, der Laien durchaus beunruhigen könnte – doch Landwirt Frank Piehl aus Alt Schlagsdorf bleibt gelassen.

Nicht jeder Frost ist ein Problem für die Pflanzen

„Das ist gar kein Problem. Das Herz der Pflanze, der sogenannte Vegetationskegel, ist noch vollkommen intakt“, erklärt Frank Piehl und schiebt die großen Randblätter zur Seite. Der Vorstandsvorsitzende des Bauernverbandes Parchim weiß aus Erfahrung: Nicht jeder Frost stellt eine Gefahr für die Winterkulturen dar. Entscheidend sei der Zustand des Vegetationskegels, der bei seinen Rapspflanzen noch optimal geschützt sei.

Der Winter werde erst dann zum echten Problem, wenn sogenannte Kahlfröste auftreten. „Die Schneedecke ist ein guter Schutz. Die Pflanzen gehen in die Winterruhe, das brauchen sie auch“, erläutert Piehl. Gefährlich werde es nur, wenn es zu starken Temperaturschwankungen komme: „Wenn es antaut und dann wieder friert, bekommt die Pflanze unter dem Schnee keinen Sauerstoff und kann ersticken.“ Die vergangenen Wochen seien jedoch konstant kalt gewesen und somit für die Bestände unproblematisch.

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Zu langer Frost führt zu teuren Dünger-Umstellungen

Die eigentliche Sorge bereitet dem Landwirt der Blick nach vorn in die kommenden Wochen. „Wir müssen jetzt Harnstoff ausbringen, damit die Pflanze, wenn das Wachstum im Frühjahr beginnt, optimal versorgt ist. Das können wir aber nur, wenn Schnee und Frost weg sind“, erklärt Piehl. Bleiben Schnee und Frost zu lange auf den Feldern, müsse umgeplant werden – und das könnte richtig teuer werden.

Der Landwirt erläutert die möglichen Konsequenzen: „Können wir erst später auf die Felder, braucht es einen anderen Dünger, der schneller für die Pflanzen verfügbar ist. Das wäre beispielsweise Kalkammonsalpeter, ein schnell wirkender Stickstoffdünger. Doch der ist wesentlich teurer als herkömmlicher Harnstoff.“ Diese finanzielle Mehrbelastung könnte für viele Betriebe spürbar werden.

Ob der lange Winter bereits Spuren hinterlassen hat, lasse sich ohnehin erst später beurteilen. Schäden ließen sich frühestens zehn Tage nach Vegetationsbeginn sicher erkennen. Jetzt schon genaue Prognosen zu stellen, sei daher nicht möglich. Die Schneedecke diene den Pflanzen zwar als Schutz, allerdings wünscht sich Piehl, dass sie nicht allzu lange bleiben möge, um rechtzeitig mit den notwendigen Arbeiten beginnen zu können.

Die Situation zeigt deutlich, wie abhängig die Landwirtschaft von den Witterungsbedingungen ist und welche finanziellen Folgen ein verlängerter Winter haben kann. Während der Raps momentan noch gut durch den Winter kommt, stehen die Landwirte vor der Herausforderung, flexibel auf die weitere Entwicklung reagieren zu müssen – notfalls mit teureren Alternativen.

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