Furz-Radar für Kühe: Bundesregierung plant Methan-Messprogramm für Rinder
Furz-Radar für Kühe: Regierung plant Methan-Messung

Furz-Radar für Kühe: Bundesregierung plant Methan-Messprogramm für Rinder

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) plant die Einführung eines umfassenden Messprogramms für Methanemissionen von Kühen. Dies geht aus dem Entwurf des „Klimaschutzprogramms 2026“ hervor, das der Minister im Frühjahr präsentieren will. Das 331-seitige Dokument liegt der Redaktion vor und sieht konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen in der Landwirtschaft vor.

Neuseeländisches Modell als Vorbild

Der Plan orientiert sich am sogenannten „neuseeländischen Modell“, bei dem Forscher spezielle Messsysteme entwickelt haben. Diese Technologien sollen nun auch in Deutschland zum Einsatz kommen, um den Methanausstoß von Rindern präzise zu erfassen und langfristig zu senken. Experten zufolge verursachen Kühe etwa die Hälfte der Treibhausgase im landwirtschaftlichen Sektor.

Drei innovative Messverfahren im Detail

Der „Schnüffel-Automat“: In speziellen „GreenFeed“-Stationen werden Kühe mit Lockfutter empfangen. Während des Fressens saugt ein unauffälliger Sensor die Atemluft im Kopfbereich der Tiere ab und analysiert den Methangehalt.

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Das mobile Labor: Für Zuchttiere stehen portable Analyse-Kammern (PAC) zur Verfügung. Die Kühe verbringen darin etwa 45 Minuten, während Sensoren kontinuierlich messen, wie viel Methangas sie produzieren.

Die Milch-Analyse: Wissenschaftler können mittlerweile aus einfachen Milchproben das individuelle Emissionsprofil jeder Kuh ermitteln. Diese Methode gilt als besonders praxistauglich und wenig invasiv.

Züchtung furzärmerer „Klima-Kühe“

Neben der Messung will Umweltminister Schneider auch die Forschung und Züchtung von genetisch bedingt emissionsärmeren Kühen vorantreiben. Bestimmte Rinder stoßen bei gleicher Milchleistung bis zu 20 Prozent weniger Methan aus als ihre Artgenossen. Diese „Low-Methane“-Tiere könnten künftig gezielt in der Zucht eingesetzt werden.

Reaktionen aus der Politik

Offiziell wollte sich Schneider zum geplanten Furz-Radar noch nicht äußern. Ein Sprecher des Umweltministeriums bat auf Nachfrage um Geduld und verwies darauf, dass man keine „unfertigen Entwürfe“ kommentiere. Aus dem Landwirtschaftsministerium hieß es, Minister Alois Rainer (CSU) setze auf Innovationen statt auf Verbote. Im Fokus stehe die Förderung von Forschung zu optimiertem Futter und modernen Zuchtmethoden.

Praxistauglichkeit und nächste Schritte

Die neuseeländische Messtechnik hat sich in der Praxis bewährt. Nun muss die Bundesregierung die Pläne bis zum Frühjahr in ein gemeinsames Konzept überführen. Das Umweltbundesamt (UBA) bereitet sich bereits darauf vor, die neuen Messdaten später in die offizielle Klimabilanz einzubeziehen. Für Landwirte bleibt zu hoffen, dass die bürokratischen Hürden bei der Umsetzung möglichst gering ausfallen werden.

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