Meerkohl im Garten: So gedeiht die Küstenpflanze auch fernab vom Meer
Meerkohl im Garten: Anbau-Tipps für die Küstenpflanze

Meerkohl im Garten: Robust und dekorativ fernab der Küste

Er trotzt Salz, Wind und kargen Böden – und ist im Garten trotzdem ein echter Hingucker: der Meerkohl (Crambe maritima). Diese mehrjährige Staude aus der Familie der Kreuzblütler stammt ursprünglich aus den Küstenregionen West- und Nordeuropas, wo sie sich entlang von Nord- und Ostsee sowie der Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer behauptet. Als typische Salzpflanze gedeiht sie auf sandigen und kiesigen Stränden. Wichtig zu wissen: Wildvorkommen stehen vielerorts unter Naturschutz und dürfen nicht gesammelt werden. Wer Meerkohl kultivieren möchte, sollte daher auf Saatgut oder Pflanzmaterial aus dem Fachhandel zurückgreifen.

Der ideale Standort und Boden für Meerkohl

Im Gartenbeet bevorzugt Meerkohl sonnige bis halbschattige, luftige Plätze mit einem gut durchlässigen, lehmig-sandigen oder steinigen Boden. Staunässe verträgt die Pflanze überhaupt nicht, während kurzfristige Trockenperioden hingegen problemlos überstanden werden. Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. Regelmäßiges Gießen und die Düngung mit organischem Dünger sind empfehlenswert. Die Pflanze ist nicht giftig und zudem winterhart.

Als Kaltkeimer benötigen die Samen zunächst einen Kältereiz, um zu keimen. Dies lässt sich durch eine Aussaat im Herbst oder Winter im Freien erreichen oder durch eine künstliche Stratifikation. Im Frühjahr, meist im März oder April, werden die Samen dann ausgesät. Die Keimung erfolgt bei Temperaturen von etwa 15 bis 18 Grad Celsius. Ein wichtiger Hinweis: Die Samen sind nur kurz haltbar und sollten innerhalb eines Jahres verwendet werden. Sobald die Jungpflanzen mehrere Blätter entwickelt haben, können sie an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden.

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Wuchs, Aussehen und verfügbare Sorten

Meerkohl bildet eine tiefreichende Pfahlwurzel mit fleischigen, verzweigten Seitenwurzeln aus. Die Staude erreicht in der Regel eine Höhe von 40 bis 60 Zentimetern, wobei große Blütenstände sogar bis zu 75 Zentimeter hoch werden können. In der Breite misst die Pflanze zwischen 40 und 80 Zentimetern.

Die langgestielten Blätter zeigen sich in einem blaugrauen bis blaugrünen Farbton, wobei junge Blätter oft violett getönt sind und einen stark gewellten Rand aufweisen. Von Mai bis Juli erscheinen duftende, weiße Blüten in verzweigten, doldenförmigen Blütenständen.

Zu den bekannten Sorten zählen ‘Lily White’, ‘Ordinary Pink-tipped’ und ‘Ivory White’. Züchtungen sind insgesamt eher selten und zielen vor allem auf eine verbesserte Sprossenqualität ab.

Pflege, Schnitt und Winterhärte der robusten Staude

Ist der Standort optimal gewählt, gilt Meerkohl als äußerst pflegeleicht. In der Anwachsphase benötigt die Pflanze regelmäßig Wasser. Dauerhafte Nässe kann jedoch zu Fäulnis führen. Später kommen etablierte Pflanzen meist allein zurecht, bei länger anhaltender Trockenheit sollte dennoch gegossen werden.

Der Nährstoffbedarf ist mittel bis erhöht, insbesondere bei wiederholter Ernte. Kompostierter Mist oder organischer Langzeitdünger verbessern die Nährstoffversorgung. Verwelkte Blätter werden im Herbst entfernt. Blütenstände werden bei gezielter Spross-Ernte frühzeitig abgeschnitten.

Meerkohl ist winterhart und verträgt Temperaturen bis etwa −28 Grad Celsius. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab, während die Pflanze über den kräftigen Wurzelstock im Boden überwintert. Eine leichte Abdeckung mit Reisig oder Laub kann den Austrieb im darauffolgenden Frühjahr fördern.

Vermehrung und optimale Pflanzabstände

Die Vermehrung gelingt sowohl über Samen als auch – zuverlässiger – über Wurzelstücke. Dafür werden im Herbst etwa zehn Zentimeter lange Wurzelabschnitte abgetrennt und kühl in leicht feuchtem Sand gelagert. Im Frühjahr setzt man die bewurzelten Stücke dann ins Beet. Der Pflanzabstand sollte 50 bis 60 Zentimeter betragen, bei besonders kräftigem Wuchs auch bis zu 90 Zentimeter. Die Ernte beginnt im Frühjahr des zweiten Jahres, sobald die Pflanze ausreichend eingewachsen ist.

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