Experte warnt: Rasenvertikutieren im März birgt große Risiken für Ihren Garten
Die ersten Sonnenstrahlen locken viele Hobbygärtner in den Garten, wo der Rasen langsam ergrünt. Die Ungeduld ist groß, Moos, Mähreste und Unkraut mit dem Vertikutierer zu entfernen, um Luft, Wasser und Nährstoffe besser an die Wurzeln gelangen zu lassen. Doch dieser massive Eingriff in die Grasnarbe sollte im März unbedingt vermieden werden, wie ein führender Experte deutlich macht.
Vertikutieren im März? Das sagt der Rasenprofi
Beim Vertikutieren wird der sogenannte Rasenfilz – eine Schicht aus Moos und unerwünschten Pflanzenresten – entfernt. Dabei entstehen jedoch schnell unschöne Löcher im Grün. Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft bestätigt auf Nachfrage, dass Gartenbesitzer besser noch warten sollten. „Dazu brauche ich zuerst einmal Wachstum, damit die Rasengräser, wenn ich vertikutiere, die Lücken schließen können“, erklärt der Fachmann.
Zu kalt für kräftiges Rasenwachstum
Das Kernproblem: Aufgrund der bisher niedrigen Temperaturen wächst der Rasen noch nicht kräftig genug. Auch eine Nachsaat zum Schließen der Lücken empfiehlt Nonn im März nicht. Rasensamen benötigen ausreichend Wärme zum Keimen. „Das ist so bei Bodentemperaturen oberhalb von 10 Grad der Fall, besser sogar noch 12 Grad. Die haben wir im Moment noch nicht. Dafür ist es nachts noch zu kühl.“
Konkret bedeutet dies: Wer jetzt vertikutiert, riskiert kahle Stellen, die sich nicht von selbst schließen. Erst wenn es wärmer wird, breiten sich vorhandene Gräser wieder stärker aus. Und auch neu gesäte Samen keimen nur bei passenden Bodentemperaturen zuverlässig.
Rasen nicht zu oft vertikutieren
Vertikutieren bedeutet wörtlich „vertikales Schneiden“. Dabei wird die Grasnarbe angeritzt, ungewünschte Pflanzenteile werden entfernt. Für den Rasen ist dieser Prozess kräftezehrend. Lücken müssen neu gefüllt werden, Grashalme werden teilweise beschädigt.
Deshalb sollte man es mit dem Vertikutieren nicht übertreiben. Dr. Nonn nennt eine klare Faustregel: „Mindestens einmal, höchstens zweimal pro Jahr vertikutieren.“ Eine übermäßige Anwendung schwächt den Rasen unnötig und kann langfristige Schäden verursachen.
Der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren
Grundsätzlich eignen sich Frühjahr und Herbst für den Griff zum Schneidewerkzeug. Entscheidend ist, dass der Boden nicht zu feucht und nicht zu kalt ist. Der März ist laut Dr. Nonn kein geeigneter Zeitpunkt. „Wenn beim Vertikutieren zu befürchten ist, dass es große Kahlstellen gibt, dann würde ich eher bis in den Mai warten mit der Aktion. Dann muss ich definitiv nachsäen.“
Im Mai sind die Bodentemperaturen konstant höher. Die Wahrscheinlichkeit, dass Rasensamen keimen und der Rasen kräftig wächst, ist dann deutlich größer als im März. Geduld zahlt sich also aus und führt zu einem dichteren, gesünderen Grün.



