Schäfer gibt nach wiederholten Wolfsangriffen auf: Emotionale Belastung zu groß
Schäfer gibt nach Wolfsangriffen Traumberuf auf

Schäfer nach Wolfsangriffen psychisch am Ende: Traumberuf wird aufgegeben

Mathias Mackedanz, ein 37-jähriger Schäfer aus Alt Käbelich in Mecklenburg-Vorpommern, hat nach wiederholten Raubtierangriffen auf seine Herden beschlossen, seinen Traumberuf aufzugeben. Innerhalb eines Monats wurden zwei seiner Schafgruppen mutmaßlich von Wölfen attackiert, was zu erheblichen Verlusten führte.

Zweiter Angriff innerhalb kurzer Zeit

Anfang Februar fielen in Usadel 22 Schafe einem Raubtierangriff zum Opfer, und nun, nur vier Wochen später, wurden bei Rühlow sieben weitere Tiere getötet und vier verletzt. Mackedanz berichtet, dass ähnliche Vorfälle bereits in den Jahren 2023 und 2024 in derselben Region stattfanden. „Man tut alles, damit es den Schafen gut geht, kümmert sich um seine Tiere, und am Ende kann man sie tot von der Weide sammeln“, erklärt der Schäfer emotional aufgewühlt.

Emotionale und finanzielle Folgen

Der finanzielle Schaden wird auf etwa 2000 Euro geschätzt, doch weitaus schwerer wiegt die psychische Belastung. „Das macht einen psychisch fertig“, so Mackedanz, der seine gesamte Kraft in den Betrieb investiert hat. Er prüft derzeit, ob er aus Landschaftspflege-Verträgen mit Partnern wie dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der Stadt Neubrandenburg und der Gemeinde Warlin austreten kann, um seine verbliebenen Tiere zu verkaufen.

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Zukunftsperspektiven und familiäre Auswirkungen

Als gelernter Metallbauer ist Mackedanz zuversichtlich, eine neue Stelle zu finden, betont aber, dass der Schritt nicht leicht fällt. „Das Schäferhandwerk ist meine Leidenschaft, mein Herzblut, meine Liebe“, sagt er. Sein jüngster Sohn, der später Schäfer werden möchte, wird aktuell nicht mehr zu den Schafen mitgenommen, um ihn vor traumatischen Anblicken zu schützen.

Details zum jüngsten Vorfall

Der Angriff bei Rühlow ereignete sich zwischen Dienstag- und Mittwochmorgen, vermutlich in der Dämmerung. Eine Jägerin meldete ein blutverschmiertes Schaf, und vor Ort fand Mackedanz tote und verletzte Tiere mit eindeutigen Kehlbissen, die auf Wölfe hindeuten. Ein Rissgutachter bestätigte diese Einschätzung, während die Ergebnisse einer DNA-Untersuchung noch ausstehen.

Schutzmaßnahmen als unzureichend

Der oder die Wölfe sprangen über einen 90.000 Euro teuren, vorschriftsmäßigen Schutzzaun, der vom Nabu finanziert wurde. Mackedanz zweifelt an der Wirksamkeit solcher Zäune und lehnt Herdenschutzhunde ab, da sie teuer, schwer zu halten und im Alter schwer vermittelbar seien. Die überlebenden Schafe wurden auf eine Weide in Warlin verlegt, in der Hoffnung auf mehr Sicherheit.

Mackedanz reflektiert über seine Situation: „Immer, wenn mein Telefon klingelt, bete ich: Nicht schon wieder!“ Seine Entscheidung, den Beruf aufzugeben, unterstreicht die wachsenden Herausforderungen für Schäfer in Regionen mit zunehmender Wolfspopulation.

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