Thüringens Gemüsebauern verzeichnen erfolgreiche Ernte mit klaren Schwerpunkten
Die Gemüsebauern in Thüringen können auf ein erfolgreiches Erntejahr 2025 zurückblicken. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik wurden insgesamt etwa 10.200 Tonnen Freilandgemüse eingefahren. Dies entspricht einem bemerkenswerten Anstieg von einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleibt der Gemüseanbau im Freistaat eine Nische, die von wenigen Arten dominiert wird.
Zwiebeln und Weißkohl als unangefochtene Spitzenreiter
Die mit Abstand wichtigste Gemüseart in Thüringen sind Zwiebeln, gefolgt von Weißkohl als zweitwichtigstem Gemüse ertragsmäßig. Allerdings hatte es beim Weißkohl im Jahr 2024 einen deutlichen Einbruch gegeben, von dem sich die Ernte nun erholte. Martin Krumbein vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt erklärte, dass der abwechslungsreiche Sommer des vergangenen Jahres sowohl für Zwiebeln als auch für Kohl günstige Bedingungen bot.
Schrumpfende Anbauflächen trotz guter Erträge
Ein besorgniserregender Trend setzt sich fort: Seit neun Jahren sinken kontinuierlich die Flächen für den Gemüseanbau in Thüringen. Im Jahr 2025 waren es nur noch 542 Hektar, was einem Rückgang von 44 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 entspricht. Zum Vergleich: Im Herbst 2025 wurden im Freistaat über 360.000 Hektar Ackerland bestellt - der Gemüseanbau nimmt also weniger als 0,2 Prozent der gesamten Ackerfläche ein.
Die Verteilung der verbleibenden Gemüseflächen zeigt deutliche Schwerpunkte:
- Auf fast der Hälfte der Flächen wird Spargel angebaut, allerdings mit vergleichsweise geringen Erträgen je Hektar.
- Mit deutlichem Abstand folgen Zwiebeln, Weißkohl und Speisekürbisse.
Experten warnen vor Überinterpretation von Schwankungen
Martin Krumbein mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation von Ausschlägen in den Erntemengen einzelner Gemüsearten. „Die Anbauflächen sind insgesamt vergleichsweise gering“, betont der Gartenbau-Experte. Dies bedeutet, dass bereits kleine Veränderungen in der Bewirtschaftung oder Witterungsbedingungen zu scheinbar großen prozentualen Schwankungen führen können, ohne dass sich grundlegende Trends ändern.
Die Thüringer Gemüseernte bleibt damit ein interessantes Nischenphänomen innerhalb der überwiegend von Getreide und anderen Kulturen dominierten Landwirtschaft des Freistaats. Während die Erträge 2025 erfreulich ausfielen, stellt der langfristige Rückgang der Anbauflächen die Zukunft des Gemüsebaus in der Region vor Herausforderungen.



