Russischer Gastanker treibt unkontrolliert im Mittelmeer – Alarm in Italien und Malta
Ein schwer beschädigter russischer Flüssiggas-Tanker treibt derzeit ohne Besatzung und unkontrolliert durch das Mittelmeer und nähert sich offenbar der Insel Malta. Der 277 Meter lange Gastanker Arctic Metagaz mit Tausenden Tonnen Flüssiggas an Bord befindet sich nach Angaben italienischer Medien einige Seemeilen von der italienischen Insel Linosa entfernt. Ohne aktive Steuerung wird das havarierte Schiff von Meeresströmungen in Richtung Malta getrieben, was bei den Behörden beider Länder höchste Alarmbereitschaft auslöst.
Notfallpläne in Malta und Italien
Die maltesischen Schifffahrtsbehörden haben bereits gewarnt, dass der treibende Gastanker eine ernsthafte Gefahr für andere Schiffe darstellen könnte. Der maltesische Ministerpräsident Robert Abela (48) erklärte, dass in dem kleinen EU-Mitgliedsland ein Notfallplan vorbereitet werde. Auch in Rom schrillen die Alarmglocken: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) berief kurzfristig eine Sitzung im Regierungssitz ein, um sich mit den zuständigen Ministern zu beraten. Die italienische Regierung sicherte Malta umgehend Unterstützung zu und betonte, dass sich das Schiff derzeit in maltesischen Gewässern befinde.
Unklare Bewegungen zwischen Inseln
Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass der Tanker auf die Pelagischen Inseln zusteuere – eine italienische Inselgruppe zwischen Sizilien und Nordafrika westlich von Malta. Aktuellen Informationen zufolge driftet das Schiff jedoch je nach Strömung zwischen dieser Inselgruppe und Malta hin und her, was die Lage zusätzlich verkompliziert. Die Arctic Metagaz war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach mehreren Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die 30-köpfige Besatzung konnte glücklicherweise gerettet werden.
Italienische Marine in Bereitschaft
Nach anfänglichen Meldungen der libyschen Küstenwache, der Tanker sei gesunken, tauchten später Fotos auf, die das Schiff mit erheblicher Schlagseite im offenen Meer zeigen. Laut der Nachrichtenagentur Ansa befinden sich inzwischen Einheiten der italienischen Marine in der Nähe des havarierten Gastankers. Dazu gehören ein Schlepper und bei Bedarf ein Spezialschiff zur Bekämpfung von Umweltverschmutzungen, um mögliche Katastrophen zu verhindern.
Internationale Sanktionen und politische Spannungen
Der Tanker Arctic Metagaz steht auf Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA, was die politische Dimension des Vorfalls unterstreicht. Die EU-Sanktionsliste umfasst inzwischen mehrere hundert Schiffe, und dieser Vorfall könnte die bereits angespannten internationalen Beziehungen weiter belasten. Die unkontrollierte Drift des beschädigten Gastankers im dicht befahrenen Mittelmeer stellt nicht nur eine unmittelbare Gefahr für die Schifffahrt dar, sondern birgt auch erhebliche Umweltrisiken durch das geladene Flüssiggas.



