Naturschutz-Großprojekt an Saale und Unstrut: 17 Millionen Euro für einzigartige Landschaft
Der Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland setzt sein ambitioniertes Naturschutzgroßprojekt „Trockenhänge an Saale und Unstrut“ mit Nachdruck um. Erste umfangreiche Kartierungen belegen eindrucksvoll die enorme ökologische Bedeutung dieser Region für seltene und gefährdete Arten. Doch parallel dazu sinkt die Zahl der Schafe und Ziegen als traditionelle Landschaftspfleger stetig – ein wachsendes Problem für den Erhalt dieser wertvollen Biotope.
Projekt in der Naturschutz-Bundesliga präsentiert Ergebnisse
Nach 16 Monaten Projektlaufzeit hat das Team um Projektmitarbeiter Jens Eckner nun erste Ergebnisse und aktuelle Arbeitsstände vorgestellt. Zu einem intensiven Fachaustausch auf der Burg Querfurt kamen Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Vertreter von Naturschutzinstitutionen, Verwaltungen und Fachministerien zusammen. „Damit spielt der Verein derzeit in Sachen Naturschutz in der Bundesliga. Und er möchte auch in den kommenden Jahren in dieser Liga bleiben“, betonte Eckner die ambitionierten Ziele.
Einzigartige Landschaft zwischen Saale und Unstrut in Gefahr
Das Großprojekt zielt darauf ab, die charakteristischen Trockenhänge mit ihrer besonderen Flora und Fauna zu erhalten und zu entwickeln. Diese Lebensräume sind Heimat für seltene Pflanzen wie das Frühlings-Adonisröschen, das nur bei angepasster, extensiver Flächennutzung optimal gedeiht. Die traditionelle Beweidung mit Schafen und Ziegen spielt dabei eine Schlüsselrolle, um die offenen, mageren Standorte vor Verbuschung zu bewahren.
Sinkende Weidetierzahlen als zentrale Herausforderung
Die kontinuierlich abnehmende Anzahl an Weidetieren stellt jedoch eine ernste Bedrohung dar. Ohne diese natürlichen „Landschaftsgärtner“ drohen wertvolle Trockenrasen, Magerwiesen und orchideenreiche Halbtrockenrasen zu verschwinden. Sie würden von Gehölzen überwachsen und damit ihren einzigartigen Charakter sowie ihre Funktion als Refugium für spezialisierte Arten verlieren. Das Projektteam sucht daher intensiv nach Lösungen, um die Beweidung in der Region wirtschaftlich attraktiver zu gestalten und langfristig zu sichern.
Weiterer Projektverlauf und Finanzierung
Für das Naturschutzgroßprojekt sind Fördermittel in Höhe von 17 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Diese sollen in den kommenden Jahren für konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Trockenhänge eingesetzt werden. Geplant sind unter anderem:
- Die extensive Beweidung durch Schafe und Ziegen zu fördern und zu optimieren.
- Gehölzrücknahmen auf wertvollen Offenlandbiotopen durchzuführen.
- Die populationsstützende Maßnahmen für seltene Arten umzusetzen.
- Die Umweltbildung und Besucherlenkung in dem sensiblen Gebiet zu verbessern.
Der Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland als Träger des Projektes will mit diesem Vorhaben nicht nur national, sondern auch über die Grenzen hinaus als Kompetenzzentrum für den Schutz von Trockenlebensräumen etabliert werden.



