Brandenburg: Kontrolliertes Abflämmen schützt seltene Trockenrasen im Randowtal
Abflämmen schützt Trockenrasen im Randowtal

Historische Pflegemethode schützt wertvolle Trockenrasenflächen

Im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) Randowhänge bei Schmölln in Brandenburg findet am Dienstag, dem 3. März 2026, eine besondere Naturschutzmaßnahme statt. Bei geeigneten Witterungsbedingungen werden Trockenrasenflächen kontrolliert abgeflämmt. Diese Methode zur Landschaftspflege hat sich bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewährt und wird nun im Rahmen des Naturschutzes wieder angewendet.

Koordinierte Maßnahme für langfristigen Erfolg

Das brandenburgische Umweltministerium informierte am Montag über die geplante Aktion, die durch das Natura-2000-Team Nordost koordiniert wird. Dieses Team besteht aus Mitarbeitenden des Landesamts für Umwelt (LfU) und der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg (NSF). Die Durchführung übernimmt ein erfahrenes Team unter Leitung von Stefan Klein, Diplom-Ingenieur (FH) für Naturschutz und Landschaftsplanung.

Mit dem kontrollierten Abbrennen oberirdischer Pflanzenteile soll vorjähriger, abgestorbener Aufwuchs auf Weideflächen entfernt werden. Diese Pflege trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensraumtypen Subpannonische Steppen-Trockenrasen bei, wie das Ministerium betont. Die Maßnahme ist mit dem Eigentümer und allen relevanten Behörden abgestimmt.

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Sicherheit und Finanzierung gewährleistet

Die Überwachung des Flämmens erfolgt durch die örtliche freiwillige Feuerwehr, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Für diese Art der Pflege ist eine mehrtägige Witterungsphase ohne Niederschläge und mit leichtem Wind notwendig, damit die Flächen ausreichend trocken sind. Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus Mitteln des Vertragsnaturschutzes.

Langfristiger Schutz seltener Pflanzenarten

Die Pflegemaßnahme soll in den Jahren 2027 bis 2029 auf angrenzenden Flächen fortgesetzt werden, um einen dauerhaften naturschutzfachlichen Erfolg zu erzielen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung seltener Pflanzenarten, die durch die Entfernung des abgestorbenen Aufwuchses bessere Keimbedingungen erhalten.

Zu den geschützten Arten gehören die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria elongata) und die Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum), die sonst durch schnell wachsende Pflanzen unterdrückt werden. Das Randowtal steht unter besonderem Schutz, nicht nur wegen seiner Feuchtgebiete, sondern insbesondere wegen dieser wertvollen Trockenrasenflächen in den Weidegebieten.

Bewährte Methode mit Tradition

Die kontrollierten Feuer zur Landschaftspflege haben sich bereits im Nationalpark Unteres Odertal bewährt und werden nun im Randowgebiet angewendet. Diese traditionelle Methode zeigt, wie historische Bewirtschaftungsformen modernen Naturschutzansätzen dienen können. Das Umweltministerium betont den ganzheitlichen Ansatz, der sowohl den Erhalt seltener Lebensräume als auch den Schutz gefährdeter Pflanzenarten zum Ziel hat.

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