Elf Ausweichmasten für Fischadler in der Elbtalaue: Artenschutz und Netzsicherheit vereint
Elf Ausweichmasten für Fischadler in der Elbtalaue errichtet

Elf Ausweichmasten für Fischadler in der Elbtalaue: Artenschutz und Netzsicherheit vereint

Die WEMAG hat in ihrem Netzgebiet insgesamt elf spezielle Ausweichmasten für Fischadler errichtet, um sowohl die Stromversorgungssicherheit zu gewährleisten als auch den Schutz der bedrohten Greifvögel zu unterstützen. Die neuen Nisthilfen befinden sich in der Nähe von Mittelspannungsfreileitungen in Mecklenburg sowie im niedersächsischen Teil des Versorgungsgebiets, darunter auch nahe Pinnau im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“.

Gefahr von Kurzschlüssen durch Nestbau

Hintergrund dieser Maßnahme sind die in den kommenden Tagen zurückkehrenden Fischadler und die damit verbundene Gefahr von Kurzschlüssen. Beim Nestbau können Äste auf nasse Leitungen fallen und so Stromausfälle verursachen. „Als Netzbetreiber sind wir dafür verantwortlich, dass die Vögel nicht die Stromversorgung stören und sich nicht an unseren Anlagen verletzen“, erklärte WEMAG-Netzmitarbeiter Mario Hiersemann. Die Standorte wurden von den Netzbereichen Brüel, Bützow, Neustadt-Glewe und Hagenow sorgfältig geplant und umgesetzt.

Idealer neuer Standort für störungsempfindliche Adler

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutzgebiet in der Gemeinde Amt Neuhaus, wo im Vorjahr erstmals ein Fischadler auf einem WEMAG-Mast gebrütet hatte. Nachdem der Horst nahe Pinnau im Sommer 2025 in Brand geriet – glücklicherweise waren die Jungvögel zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeflogen – wurde ein neuer Standort ausgewählt. Laut Franz Höchtl, dem stellvertretenden Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung, wurde für die störungsempfindliche Art ein rund 250 Meter entfernter Alternativstandort in einem extensiv genutzten Grünlandbereich abseits von Straßen gewählt.

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Dieser neue Standort bietet mit nahegelegenen Gewässern wie der Krainke, der Elbe und den Wilkenstorfer Teichen ausreichend Nahrung. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Reservatsverwaltung, und der Ausweichmast mit Nisthilfe wurde in Abstimmung mit der Verwaltung sowie mit Unterstützung der Elektro- und Energieanlagenbau (EEB) GmbH, einer Tochter der WEMAG AG, errichtet.

Maßnahmen zur Ablenkung und Sicherheit

Um eine Rückkehr der Adler auf den alten Leitungsmast zu verhindern, sollen auf dessen Traversen sogenannte Andreaskreuze als Abweiser montiert werden. Diese Maßnahme soll die Vögel effektiv von den gefährlichen Stromleitungen weglocken. WEMAG-Mitarbeiter wie Heiko Haase bereiten die Nisthilfen aktiv vor, indem sie Äste, Stroh und Rasensoden in die Horste legen, um den Adlern einen sicheren und attraktiven Brutplatz zu bieten.

Hiersemann äußerte die Hoffnung, dass die Adler den neuen Horst annehmen und so sowohl der Artenschutz gefördert als auch die Versorgungssicherheit stabilisiert wird. Diese Initiative zeigt, wie technische Infrastruktur und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können, um nachhaltige Lösungen für Mensch und Natur zu schaffen.

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