Fledermaus-Streit bedroht 350 Arbeitsplätze: Jurist will Golf-Event-Anlage in Halstenbek stoppen
Fledermaus-Streit bedroht 350 Jobs in Halstenbek

Fledermaus-Streit gefährdet 350 neue Arbeitsplätze in Halstenbek

Was als wirtschaftlicher Aufschwung für die Gemeinde Halstenbek in Schleswig-Holstein geplant war, entwickelt sich zu einem erbitterten Rechtsstreit. Ein Jurist will mit dem Verweis auf geschützte Fledermäuse den Neubau einer Golf-Event-Anlage verhindern und gefährdet damit eine Investition von rund 45 Millionen Euro sowie mindestens 350 neue Arbeitsplätze.

Von Euphorie zu Ernüchterung: Bürgerinitiative formiert Widerstand

Die Gemeinde Halstenbek am Rande von Hamburg hatte sich zunächst über die Pläne der Schweizer Firma Greenreb gefreut. Auf einem seit Jahrzehnten brachliegenden Grundstück sollte eine moderne Golfabschlags-Anlage mit Hotel entstehen, die dringend benötigte Gewerbesteuereinnahmen bringen würde. Doch nun formiert sich erbitterter Widerstand einer Bürgerinitiative, angeführt von Jurist Prof. Jens Prütting (43).

„Ich werde jede mögliche Klage einreichen und das Projekt um mindestens fünf Jahre verzögern“, erklärt Prütting entschlossen. Die meisten Mitstreiter der Initiative leben im angrenzenden Wohngebiet und fürchten negative Auswirkungen durch das Vorhaben.

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Bedenken: Lärm, Licht, Verkehr und geschützte Tiere

Die Anwohner argumentieren mit verschiedenen Einwänden gegen das Bauprojekt. Neben befürchteten Belastungen durch zusätzlichen Verkehr, nächtliche Beleuchtung und Lärmemissionen führen sie insbesondere das Vorkommen geschützter Fledermäuse ins Feld. Dabei handelt es sich um den Großen Abendsegler (Nyctalus noctula), eine nachtaktive Fledermausart, die in der Gemeinde leben soll.

Prütting und seine Mitstreiter lehnen die geplante „Partymeile eines Unternehmens, das nur Geld machen will“ ab und plädieren stattdessen für ein neues Wohngebiet mit Kindertagesstätte auf dem brachliegenden Grundstück.

Bürgermeister zwischen Wirtschaftsförderung und Bürgerinteressen

Halstenbeks Bürgermeister Jan Krohn (55) zeigt sich wenig erfreut über den anhaltenden Bürgerprotest. Er befürwortet die dreistöckige Golfanlage als „absoluten Gewinn“ für die Gemeinde, nimmt aber die Sorgen der Anwohner ernst. „Wir haben jetzt beschlossen, dass mehrere Gutachten erstellt werden sollen“, erklärt Krohn. Diese Umweltverträglichkeitsprüfungen müsse der Investor Greenreb bezahlen, wobei mit Ergebnissen erst in etwa einem Jahr zu rechnen sei.

Investor droht mit Abzug bei zu langen Verzögerungen

Bei der Schweizer Firma Greenreb herrscht Irritation über die Entwicklung. CEO David Speiser (45) versichert, dass die geplanten Anlagen gefahrlos für Fledermäuse seien und man bisher stets Bedenken ausräumen konnte. Doch er macht auch deutlich: „Zu langer Verzug bedeutet hohe Kosten. Die schrecken uns am Ende ab.“ Zur Not müsse man „repriorisieren“ – also an einen anderen Standort ausweichen, wo dem Unternehmen keine Steine in den Weg gelegt werden.

Gemeinde fürchtet um finanzielle Zukunft

Für die Gemeinde Halstenbek geht es bei der Entscheidung um weit mehr als nur um ein Bauprojekt. Bürgermeister Krohn warnt: „Für uns als Gemeinde geht gerade ein Fenster für neue Einnahmen auf. Geht es wieder zu, müssen wir sehen, wie wir klarkommen.“ Im schlimmsten Fall bedeute dies Sparmaßnahmen bei Leistungen für die Bürger, sollte die lukrative Investition scheitern.

Die Situation verdeutlicht den klassischen Interessenkonflikt zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz. Während die einen auf dringend benötigte Arbeitsplätze und Steuereinnahmen hoffen, fürchten die anderen negative Auswirkungen auf Lebensqualität und geschützte Tierarten. Die kommenden Gutachten werden entscheidend sein für die Zukunft des umstrittenen Projekts.

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