Frühjahrsputz mit ökologischem Mehrwert: Friedhof wird zur Insekten-Oase
Bei eher ungünstigen Wetterbedingungen fanden sich am Samstag dennoch 18 freiwillige Helfer auf dem Friedhof Eickelberg ein. Auf Einladung der Gemeinschaft „Von Dorf zu Dorf – Wege verbinden“ kamen sie nicht nur aus Eickelberg selbst, sondern auch aus Warnow und sogar aus der Nähe von Güstrow, um beim traditionellen Frühjahrsputz mitzuhelfen.
Drei große Naturschutzprojekte für mehr Artenvielfalt
Neben den klassischen Arbeiten wie Laubharken, Beete säubern und Brombeerhecken zurückschneiden standen diesmal drei größere Vorhaben im Mittelpunkt. Die Freiwilligen legten einen Totholzhaufen, einen Steinhaufen und ein sogenanntes Sandarium an. Ziel ist es, den Friedhof Schritt für Schritt in einen insektenfreundlichen Ort zu verwandeln, wie Initiatorin Elke Woitke betonte.
Elke Woitke hatte den Arbeitseinsatz akribisch vorbereitet. Das Projekt wird vom Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet begleitet. Dessen Naturschutzreferentin Katja Burmeister erläuterte: „Wir haben vier Friedhöfe im Sternberger Seenland auserkoren, die wir peu à peu zu insektenfreundlichen Friedhöfen umgestalten.“ Die Idee sei gemeinsam mit Elke Woitke entstanden und werde von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung gefördert.
Lebensräume für verschiedene Tierarten
Die Grundlagen für mehr Artenvielfalt wurden in Eickelberg bereits im vergangenen Herbst gelegt, als hunderte Blumenzwiebeln gepflanzt wurden. Neben Schneeglöckchen und Winterlingen blühen nun auch Krokusse und Osterglocken. Der neu angelegte Totholzhaufen aus stehendem und liegendem Holz bietet verschiedenen Insektenarten Lebensraum. „Da sei vor allem die Holzbiene erwähnt, aber auch zahlreiche Käferarten“, erklärte Woitke.
Der Haufen aus Feldsteinen schafft sonnige Plätze für Reptilien wie Eidechsen oder Schlangen, wie Katja Burmeister ergänzte. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Sandarium. „Das wird für die Wildbienen angelegt, die in der Erde nisten. Das sind 75 Prozent aller Wildbienen“, so Burmeister. Wichtig sei ein sonniger Standort, weshalb das Sandarium außerhalb der Friedhofsmauer entstand.
Weitere Friedhöfe sollen folgen
Nach Eickelberg sollen im kommenden Jahr die Friedhöfe in Qualitz, Baumgarten und Laase folgen. Die Pflege des Sandariums beschränkt sich darauf, die Fläche regelmäßig von Bewuchs freizuhalten. Interessanterweise fühlen sich Wildbienen schon seit Jahren im Mauerwerk der Kirche wohl – ein erfreulicher Zufall für die Engagierten.
Während auf dem Gelände intensiv gearbeitet wurde, kümmerte sich Norman Pellech um das leibliche Wohl der Helfer. Über einer Feuerschale bereitete er eine heiße Suppe zu, die besonders von den teils durchnässten Freiwilligen geschätzt wurde. Dazu gab es selbst gebackenes Brot von Elke Woitke und Kuchen.
Am Nachmittag zog die Initiatorin ein zufriedenes Fazit und dankte allen Helfern für ihren Einsatz. Das Projekt zeigt, wie kommunales Engagement und Naturschutz Hand in Hand gehen können, um die Artenvielfalt in der Region nachhaltig zu fördern.



