Umweltschützer in Lübtheen mobilisieren gegen giftige Zigarettenkippen
In der Stadt Lübtheen haben engagierte Naturschützer des Vereins Natur- und Umweltschutz Griese Gegend (NUGG) eine bemerkenswerte Initiative gegen die Verschmutzung durch weggeworfene Zigarettenkippen gestartet. Auf dem zentralen Thälmannplatz machten die Aktivisten mit einer Sammelaktion und Informationskampagne auf die erheblichen Umweltgefahren aufmerksam, die von den kleinen Stummeln ausgehen.
Zigarettenkippen als hochgiftiger Sondermüll
Astrid Becher, ehemalige Hausärztin in Lübtheen und aktives NUGG-Mitglied, erklärt die dramatischen Auswirkungen: „Das ist hochgiftiger Sondermüll, denn eine einzige Kippe enthält rund 7000 teilweise hochtoxische Chemikalien.“ Diese Substanzen gelangen nicht nur in den Boden, sondern kontaminieren auch das lebenswichtige Grundwasser. Ernst-Ludwig Iskenius, der sich ursprünglich nur über das ästhetische Problem ärgerte, wurde durch seine Recherchen alarmiert: „Eine Zigarettenkippe kann bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen – das ist einfach schockierend und erfordert dringendes Handeln.“
Praktische Maßnahmen und Aufklärung
Der Verein ging über reine Aufklärung hinaus und ergriff konkrete Maßnahmen. Neben der Sammelaktion, bei der innerhalb einer Stunde knapp 1000 Kippen zusammenkamen, installierte der NUGG vier spezielle Informationstafeln mit integrierten Aschenbechern rund um den Thälmannplatz. Matthias Gehrke, der Vereinsvorsitzende, betont die gute Zusammenarbeit: „Die Mitarbeiter des Stadtbauhofs haben uns bei der fachgerechten Installation tatkräftig unterstützt.“ Die Infotafeln wurden vom Verein in Auftrag gegeben, während ein kreatives Mitglied die praktischen Aschenbecher entwarf und baute.
Langfristige Strategie und Erfolgskontrolle
Um die Wirksamkeit ihrer Investition zu überprüfen, planen die Umweltschützer eine Folgeaktion in etwa sechs Wochen. Iskenius erläutert das Konzept: „Wenn wenigstens einige Raucher umdenken und ihre Kippen in den Aschenbechern entsorgen, sollte sich das an der reduzierten Menge der gefundenen Zigarettenstummel zeigen.“ Der Verein hofft, mit dieser kombinierten Strategie aus Aufklärung, praktischen Entsorgungsmöglichkeiten und regelmäßiger Kontrolle nachhaltige Verhaltensänderungen zu erreichen und so die Umwelt vor weiterer Vergiftung zu schützen.



