750 Meter Krötenzaun in Waren schützt wandernde Amphibien vor dem Straßentod
Krötenzaun in Waren schützt Amphibien vor Straßentod

Neuer Krötenzaun in Waren rettet Amphibienleben

Entlang der Specker Straße in Waren wurde ein rund 750 Meter langer Krötenzaun errichtet, der wandernde Amphibien vor dem Straßentod bewahren soll. Der Zaun verläuft vom Hecht-Parkplatz bis zum Ende des Radweges und wurde in einer gemeinsamen Aktion von Naturschützern, städtischen Mitarbeitern und Jugendlichen aufgebaut.

Fang-Eimer als sichere Passage

Hinter dem Zaun wurden im Abstand von etwa 30 Metern Eimer im Boden versenkt, in die die Kröten fallen, wenn sie am Hindernis entlang nach einem Durchlass suchen. Vor allem Erdkröten und Frösche werden auf diese Weise eingesammelt und können sicher zu den nahegelegenen Gewässern getragen werden. Frank Bauer vom NABU betonte: „Am Ende war es eine kurzfristige Aktion, weil der Zaun erst am Freitag geliefert wurde. Umso schwieriger war es, den Zaun in diesem Jahr noch rechtzeitig aufzubauen.“

Gemeinschaftsaktion mit breiter Beteiligung

Neben Mitgliedern des NABU waren auch Mitarbeiter des Stadtbauhofes sowie das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) an der Aktion beteiligt. Ferdinand Schwarz, Leiter der Holzwerkstatt des CJD, erklärte: „Wir haben von den Stadtförstern die Anfrage bekommen, beim Bau des Krötenzaunes zu helfen, weil wir öfter zusammenarbeiten. Da wir unseren Jugendlichen auch Wissen über Ökologie vermitteln, war es für uns schön, das einmal an der frischen Luft bei gutem Wetter tun zu können.“ Jugendliche aus der Holz- und Forstwerkstatt des CJD arbeiteten aktiv mit.

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Initiative von Bürgern und Stadt

Bereits vor einem Jahr hatten Urlauber den NABU auf die Notwendigkeit eines Schutzzaunes wegen der zahlreichen Kröten aufmerksam gemacht. Die Stadt stimmte dem Vorschlag zu und stellte die finanziellen Mittel bereit. Konrad Sündermann, ein Anwohner der Specker Straße, informierte die Stadt am Mittwoch darüber, dass die Tiere bereits unterwegs seien. Schon einen Tag später konnte mit dem Aufbau begonnen werden.

Jährlich rund 1000 Amphibien betroffen

Anwohner schätzen, dass jährlich etwa 1000 Kröten die Straße überqueren. „Oft werden an den Kellereingängen an einem Abend gut 20 Kröten eingesammelt“, berichten sie. Einige Freiwillige, darunter die Familie Sündermann, haben sich bereiterklärt, regelmäßig nach den Eimern zu sehen und die Tiere in ihr Habitat zu bringen. Der Zaun bedeutet auch für die Anwohner eine Erleichterung, da ihnen nun weniger Kröten in Schächten oder Hauseingängen begegnen.

Wanderung bei feucht-milden Nächten

Wenn die Nächte feucht und mild werden, nimmt die Wanderung der Amphibien zu und dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Grundstückszäune erschweren den Tieren häufig den Weg zu ihren Laichgewässern, weshalb der neue Schutzzaun einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leistet. Solche Krötenzäune bewahren während der kurzen, aber intensiven Wanderzeit viele Tiere vor dem Verkehrstod und tragen so zum Erhalt der heimischen Amphibienpopulation bei.

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