Nachtigallen kehren zurück: Wettsingen der Männchen erfüllt deutsche Parks und Gärten
Nachtigallen kehren zurück: Wettsingen erfüllt deutsche Parks

Nachtigallen kehren zurück: Wettsingen der Männchen erfüllt deutsche Parks und Gärten

Immer mehr Nachtigallen kehren aus ihren Winterquartieren nach Deutschland zurück und geben ihre beeindruckenden Gesangskünste zum Besten. Die kleinen Vögel mit ihrem hellbraunen, unscheinbaren Gefieder sind vor allem für ihre nächtlichen und morgendlichen Gesänge bekannt, die jetzt wieder in vielen Regionen zu hören sind.

Die Männchen geben alles im Gesangswettstreit

„Zuerst kommen die Männchen an und suchen sich ein Revier. Sie sind sehr ortstreu, oft singt ein Männchen Jahr für Jahr an der gleichen Stelle“, erklärt Vogelexperte Martin Rümmler vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Der Gesang dient dabei gleich mehreren Zwecken: Er zeigt Rivalen, dass ein Revier bereits besetzt ist, und soll vor allem Weibchen anlocken.

Die Nachtigallin nimmt jedoch nicht einfach den Erstbesten. Sie hört sich mehrere Männchen an, was zu regelrechten Wettsingen führen kann. Dabei kontern die Männchen den Gesang des Mitbewerbers, greifen dessen Tonhöhe und Strophen auf und versuchen, ihn zu übertrumpfen. Dieses komplexe Verhalten zeigt die hohe Intelligenz und Anpassungsfähigkeit dieser Vogelart.

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Berlin als unangefochtene Nachtigallen-Hauptstadt

Den Angaben des Nabu zufolge beherrscht das durchschnittliche Nachtigall-Männchen etwa 180 verschiedene Strophen. Manche Exemplare singen bis zu zehn Stunden am Stück – ein wahrer Marathon der Vogelstimmen. „Geträllert, gepfiffen und geschluchzt wird vor allem ab elf Uhr abends bis zum frühen Morgen, oft aber auch tagsüber“, so der Nabu.

In Deutschland gibt es im Osten deutlich mehr Nachtigallen als im Westen, und Berlin gilt unter den Großstädten eindeutig als „Nachtigallen-Hauptstadt“. Die Vögel bevorzugen gebüschreiche Lebensräume wie:

  • Waldränder, insbesondere in Auwäldern
  • Feldgehölze und Heckenlandschaften
  • Parks und größere Gärten mit ausreichend Unterholz

Vom Werbesingen zum Gesangsunterricht

Interessant ist das Verhalten der Vögel nach der Paarung: Habe sich ein Paar gefunden, stellt das Männchen den Gesang weitgehend ein. „Nachtigallen, die Mitte Mai noch singen, sind in der Regel unverpaarte Männchen – die Hoffnung stirbt zuletzt“, merkt Rümmler an. Mit dem Schlüpfen der Jungvögel beginnen die Männchen dann wieder zu singen – diesmal jedoch als eine Art Gesangsunterricht für den Nachwuchs.

Nachtigallen sind in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas verbreitet und gelten als wichtige Indikatoren für intakte Ökosysteme. Ihr vermehrtes Vorkommen in den letzten Jahren deutet auf positive Entwicklungen im Bereich des Naturschutzes und der Lebensraumgestaltung hin.

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