Neues Storchennest in Sückau: Ehrenamtliche schaffen sichere Brutstätte für Zugvögel
In der Elbregion gehören Störche fest zur Landschaft, und jedes Jahr erwarten die Menschen gespannt die Rückkehr dieser majestätischen Zugvögel aus ihren Winterquartieren. Die Tiere kehren in den Norden Deutschlands zurück, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Doch was geschieht, wenn ihr Nest den Unbilden des Wetters nicht standhält?
Ein Nest in Trümmern: Die Herausforderung in Sückau
Im kleinen Dorf Sückau im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte ein Storchennest schwer gelitten. Zunächst hing es nur noch halb, bevor es schließlich komplett zu Boden stürzte. Helmut Eggers, ein erfahrener Storchenexperte, beobachtete diesen Vorfall mit Sorge. Ehrenamtlich kümmert er sich in der Elbregion und im gesamten Landkreis um etwa 150 Storchennester. Sein Engagement ist unermüdlich, denn er weiß: Ohne intakte Nistplätze können die Störche nicht erfolgreich brüten.
Die ersten Störche haben bereits ihren Weg zurück in den Norden gefunden, andere lassen noch auf sich warten. Für die Tiere ist es unmöglich zu wissen, was mit ihren Nestern während der langen Winterreise passiert ist. Diese Horste, oft in luftiger Höhe platziert, sind Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. In Sückau war die Situation besonders drängend, da das Nest vollständig zerstört war.
Gemeinsamer Einsatz für den Storchenschutz
Helmut Eggers und seine Mitstreiter handelten schnell. Ihr Ziel: Dem Storch von Sückau bei seiner Rückkehr ein neues, sicheres Zuhause zu bieten. „Noch dauert es etwas bis zu seiner Rückkehr“, erklärt Eggers. Der besenderte Storch hat bereits den Sudan passiert, doch der Weg nach Sückau ist noch weit. Dies gab den Ehrenamtlichen die nötige Zeit, ein neues Nestfundament zu schaffen.
Mit Unterstützung der Firma EHW - Elektrotechnik Henning Werner, die ein Steigerfahrzeug bereitstellte, stiegen die Freiwilligen in die Höhe. Auf den vorhandenen Mast brachten sie zunächst eine breite Zaunmatte an, gefolgt von einer speziellen Nisthilfe. Manfred Jordt aus Neu Gülze hatte diese Nisthilfe in mühevoller Handarbeit geflochten – eine Arbeit, die etwa einen Tag in Anspruch nimmt. Jordt, selbst fasziniert von den Störchen, betont die Bedeutung solcher Einsätze für den Artenschutz.
Gefahren im alten Nest und die Freude am Bruterfolg
Bei der Inspektion des alten Nestes entdeckte Helmut Eggers auch potenzielle Gefahren für die Jungvögel. Plastikband, das beim Nestbau verwendet worden war, kam beim Sturz zum Vorschein. Solches Material kann sich um die jungen Störche wickeln und sie ernsthaft verletzen. Eggers warnt davor, dass solche Fremdkörper in Storchennestern lebensbedrohlich sein können.
Doch die Mühe lohnt sich: In Sückau verzeichnen die Storchenbetreuer regelmäßig Bruterfolge. Der Lohn für ihren Einsatz ist das gesunde Aufwachsen der Jungvögel. Unterstützung erhalten die Ehrenamtlichen dabei von der WEMAG, die ihr Engagement fördert. Diese Zeit des Jahres ist für Helmut Eggers und sein Team besonders arbeitsintensiv, doch sie leisten ihren Einsatz gerne für den Schutz der Zugvögel.
Die Menschen in der Elbregion schätzen die Störche als Teil ihrer natürlichen Umgebung. Mit Initiativen wie in Sückau wird sichergestellt, dass diese beeindruckenden Vögel auch in Zukunft hier nisten und brüten können. Der neue Nistplatz in Sückau steht bereit – ein sicheres Fundament für die nächste Storchengeneration.



