Polizei jagt organisierte Bärlauch-Diebe im Leipziger Auwald
Polizei jagt organisierte Bärlauch-Diebe in Leipzig

Polizei intensiviert Jagd auf organisierte Bärlauch-Diebe im Leipziger Auwald

Die Leipziger Polizei hat eine groß angelegte Jagd auf organisierte Bärlauch-Diebe gestartet, die aus ganz Deutschland in die sächsische Metropole reisen, um massenhaft die begehrten Knollen aus dem empfindlichen Ökosystem des Auwaldes zu entnehmen. Besonders der Auwald wird durch diese Aktivitäten nachhaltig gestört, was die Behörden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Reiterstaffel und Zivilbeamte im Einsatz

Mit einer speziellen Taktik, die den Einsatz der Reiterstaffel, Fahrradstreifen und verdeckter Ermittler umfasst, durchkämmen die Polizeikräfte die Leipziger Wälder. Mario Luda, Leiter des Polizeireviers Südost in Leipzig, erklärt: „Die Täter reisen gezielt aus allen Regionen Deutschlands an, um im Auwald illegal Bärlauch zu sammeln. Dabei gefährden sie nicht nur die Pflanzenbestände, sondern das gesamte sensible Ökosystem.“

Allein im Februar konnten bereits zwei Gruppen gestellt werden, die jeweils über 40 Kilogramm Bärlauchknollen ausgegraben und für den Abtransport vorbereitet hatten. Für das Sammeln von Bärlauch gelten jedoch strenge gesetzliche Vorgaben: Pro Person ist lediglich ein sogenannter Handstrauß erlaubt. In Naturschutzgebieten, zu denen Teile des Auwaldes zählen, ist sogar das Pflücken eines einzelnen Blattes bereits eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

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Bärlauch als Delikatesse und Heilpflanze

Die Diebe konzentrieren sich vor allem auf die Wurzelknollen des Bärlauchs, die im osteuropäischen Raum als kulinarische Delikatesse gelten und denen traditionell eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Olaf Hoppe, Polizeisprecher in Leipzig, betont jedoch: „Bärlauch ist keine geschützte Pflanze im engeren Sinne. Eine Ordnungswidrigkeit liegt vor, wenn mehr als ein Handstrauß entnommen wird. Erst das Ausgraben der Pflanzen oder die Entnahme besonders geschützter Arten stellt eine Straftat dar.“

Die Reiterstaffel der Polizei spielt bei den Einsätzen eine entscheidende Rolle. Durch den erhöhten Sitz auf den Pferden haben die Beamten einen ausgezeichneten Überblick über das weitläufige Gelände und können auch in unwegsame Bereiche vordringen, um bei Bedarf schnell Verstärkung anzufordern.

Dramatischer Anstieg der Diebstähle

Laut Polizeiangaben hat der organisierte Diebstahl von Bärlauch in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Bis zu einer Tonne der Knollen und Blätter wurden bereits aus den Leipziger Wäldern entwendet. Bisher konnten 85 Tatverdächtige ermittelt werden, die mit ihren Fahrzeugen in die kleinen Wege des Auwaldes einfahren, die Pflanzen illegal entnehmen und anschließend wieder verschwinden.

Angesichts der Größe des betroffenen Gebietes ist die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Nikolaus Ihms, ein Anwohner, der regelmäßig mit Hund und Fahrrad im Auwald unterwegs ist, erklärt: „Ich werde künftig die Polizei informieren, wenn ich Diebe beobachte. Das darf nicht sein, das ist unsere Natur.“ Er selbst gesteht, gelegentlich ein paar Blätter für den privaten Gebrauch gepflückt zu haben, betont aber: „Für Mundraub in Maßen ist es in Ordnung, aber nicht zum kommerziellen Ausschlachten der Wälder.“

Die Polizei setzt ihre intensiven Kontrollen fort und appelliert an die Bürger, verdächtige Aktivitäten im Auwald umgehend zu melden, um das einzigartige Ökosystem nachhaltig zu schützen.

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