Urinproben enthüllen täglichen Alkoholkonsum von Schimpansen in Uganda
In einer faszinierenden Studie haben Forscher um Aleksey Maro von der University of California in Berkeley herausgefunden, dass Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda regelmäßig Alkohol über vergorene Früchte konsumieren. Die Wissenschaftler sammelten Urinproben der Tiere, um den Alkoholgehalt genau zu messen, und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen.
Innovative Methode zur Urinsammlung unter Bäumen
Um an die Proben zu gelangen, entwickelten Maro und seine Kollegin Sharifah Namaganda eine kreative Apparatur aus Plastiktüten und Ästen. Sie stülpten die Tüten über gegabelte Äste, um flache Schalen zu bilden, und positionierten sich unter Bäumen, auf denen Schimpansen fraßen. Da die Tiere dazu neigen, vor dem Verlassen ihres Futterplatzes zu urinieren, warteten die Forscher auf diesen natürlichen Vorgang. Längere Äste halfen dabei, sich aus der Spritzzone fernzuhalten, was die Methode zuverlässiger und weniger unangenehm machte.
Ergebnisse zeigen signifikanten Alkoholkonsum
Über elf Tage sammelte das Team 20 Urinproben von 19 verschiedenen Schimpansen. Die Analyse mit Teststreifen, die auf Ethanol reagieren, ergab, dass 17 der 19 Proben positiv auf Alkohol waren. Bei elf darauf getesteten Proben überschritten zehn eine Grenze von 500 Nanogramm pro Milliliter. Dies entspricht beim Menschen einem leichten Alkoholkonsum von ein bis zwei Standardgetränken wie Bier innerhalb der letzten 24 Stunden.
Veröffentlichung und Hintergründe der Studie
Die Ergebnisse wurden im Fachblatt Biology Letters veröffentlicht und bestätigen frühere Hochrechnungen, die von einem Alkoholkonsum in Höhe eines halben Liters Bier pro Tag ausgingen. Interessanterweise wurde die Arbeit finanziell von einer deutschen Filmfirma unterstützt, die Maro im vergangenen Jahr für ein Filmprojekt begleitete. Die Studie wirft auch Licht auf die sogenannte Betrunkener-Affe-Hypothese, die den Alkoholkonsum bei Tieren untersucht.
Nicht nur Schimpansen, sondern auch Vögel und Insekten nehmen überraschend häufig Alkohol zu sich, wie weitere Forschungen zeigen. Diese Erkenntnisse tragen zum Verständnis des Verhaltens und der Ökologie von Tieren in freier Wildbahn bei.



