Wolfsangriffe bei Bredenfelde: Jäger fordern Einstufung als Problemwolf nach erneuten Schafsrissen
Wolfsangriffe bei Bredenfelde: Jäger fordern Problemwolf-Einstufung

Erneute Wolfsangriffe bei Bredenfelde: Jäger fordern Einstufung als Problemwolf

In der Region um Bredenfelde haben erneute Wolfsangriffe auf Schafe und Lämmer zu erheblichen Verlusten bei einem lokalen Schäfer geführt. Regionale Jäger des Hegerings Mühlenblick Woldegk wollen nun die Einstufung des Tieres als Problemwolf prüfen lassen, um rechtliche Schritte für eine mögliche Entnahme einzuleiten.

Hohe Verluste trotz vorschriftsmäßiger Schutzmaßnahmen

Schäfer Jens-Peter Lüttig musste in zwei aufeinanderfolgenden Nächten schwere Verluste hinnehmen. Bei Bredenfelde wurden 14 Schafe und zwei Lämmer gerissen, während im nahegelegenen Rehberg ein totes Schaf und vier tote Lämmer gefunden wurden. Zahlreiche weitere Tiere erlitten schwere Bissverletzungen, sodass etwa fünf von ihnen aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen eingeschläfert werden müssen.

Besonders tragisch ist, dass einige der getöteten Schafe Lämmer hinterlassen haben, die noch auf die Versorgung durch ihre Mütter angewiesen sind. Schäfer Lüttig wird einige dieser Lämmer nun mit der Flasche aufziehen müssen.

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Schutzmaßnahmen erwiesen sich als unwirksam

Die betroffenen Weiden waren laut Schäfer Lüttig vorschriftsmäßig eingezäunt und unter Strom gesetzt. Alles wurde regelmäßig kontrolliert. So, wie wir es immer machen, betonte der betroffene Landwirt. Dennoch vermutet er, dass der Wolf oder die Wölfe den Zaun übersprungen haben.

Selbst die Anwesenheit von zwei Herdenschutzhunden in der Nacht des Angriffs bei Bredenfelde konnte die Attacke nicht verhindern. Nachdem ein Teil der Herde in Panik den Weidezaun niedergewalzt hatte und geflohen war, folgte einer der Hunde den flüchtenden Tieren, während der andere bei der verbliebenen Herde blieb.

Wiederholte Vorfälle in der Region

Dies ist bereits der zweite schwere Wolfsangriff in diesem Jahr auf die Herde von Schäfer Lüttig. Bereits im Januar verlor er elf Tiere durch einen Wolfsangriff, der durch ein DNA-Gutachten bestätigt wurde. Es könnte sich dabei um dasselbe Tier handeln, das im März ein Schaf der Schäferei Stranz in Stolpe schwer verletzte, sodass es eingeschläfert werden musste.

Interessanterweise wurde bei dem Angriff in Stolpe nur ein einziges Schaf verletzt, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass der Wolf dabei einen Stromschlag erlitten hatte. Diese Erfahrung scheint das Tier jedoch nicht davon abgehalten zu haben, erneut in eine Weide einzudringen.

Jäger fordern klare Verfahrenswege

Tony Hyna, Vorsitzender des Hegerings Mühlenblick Woldegk, hat nach einem Gespräch mit Schäfer Lüttig entschieden, bei allen zuständigen Behörden nachzuhaken. Ziel ist es, Schritte einzuleiten, die dazu führen, dass der oder die Problemwölfe entnommen werden können.

Der Weg ist nicht klar definiert, verdeutlicht Hyna. Er und seine Mitstreiter möchten dies ändern und auch im zuständigen Ministerium nachfragen, wie konkret gegen Wölfe vorgegangen werden kann, die im Raum Bredenfelde Nutztiere reißen.

Grundsätzlich wurde der Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Darin ist unter anderem definiert, dass Wölfe, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, rechtssicher entnommen – also gejagt – werden können. Die genauen Verfahrenswege für eine solche Einstufung als Problemwolf und die anschließende Entnahme sind jedoch noch nicht ausreichend geklärt.

Die Jäger des Hegerings wollen nun dafür sorgen, dass klare Richtlinien geschaffen werden, um Landwirte besser vor wiederholten Wolfsangriffen schützen zu können und gleichzeitig den Artenschutz angemessen zu berücksichtigen.

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