Es gibt Geräusche, die einem sofort einen Schauer über den Rücken jagen. So erging es Redakteurin Claudia Marsal am heutigen Morgen. Der Feiertag hatte gemütlich mit einem Kaffee auf der Terrasse beginnen sollen. Doch kurz nachdem sie sich an den festlich gedeckten Tisch gesetzt hatte, vernahm sie ein lautes Brummen, das innerhalb kürzester Zeit zu einem unerträglichen Lärm anschwoll.
Ein Blick zur Gartenhecke ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Eine schwarze Wolke waberte hin und her und entpuppte sich als riesiger Bienenschwarm. Tausende Insekten fielen über die Büsche her. Während Claudia Marsal die Kinder, den Hund und sich selbst in Sicherheit brachte und panisch alle Fenster schloss, telefonierte ihr Mann. Der erste Anruf galt einem befreundeten Förster, der jedoch nicht erreichbar war. Der zweite Anruf führte zu einem Freund mit Tierkenntnissen – und dieser kannte wiederum jemanden, der voll im Stoff steckte: Torsten Ellmann, Präsident des Deutschen Imkerbundes. Wie durch ein Wunder hatte Ellmann gerade Zeit und eilte unverzüglich zu Hilfe.
Der Imkerpräsident im Einsatz
Mit einer speziellen Kiste und Imkermontur ausgestattet, nahm sich der Diplomchemiker, der in der Apotheke seiner Frau in Pasewalk arbeitet, des Problems an. Vor Ort erkannte der Profi sofort, dass es sich um einen richtig großen Schwarm mit mehreren tausend Bienen handelte. Diese seien vermutlich mit ihrer Altkönigin ausgeschwärmt, um anderswo ein neues Volk zu gründen.
Wichtige Tipps vom Experten
„Wichtig in solchen Situationen ist, dass man nicht in Panik verfällt, sondern die Ruhe bewahrt“, erklärte Ellmann. „Dann sollte man einen Imker aus dem Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft suchen. Oft sind bei den Ordnungsämtern Nummern hinterlegt.“ Der Imker fange den Schwarm ein und stelle ihn für die Weiterversorgung kühl. Der Schwarm sei ein ganz entspanntes Völkchen gewesen, von dem keine große Gefahr ausging: „Sanftmut sollte immer das Zuchtziel sein.“ Dennoch näherte er sich den Bienen mit Hut und Schleier, da er sie nicht kannte. „Bei meinen eigenen gehe ich ohne Anzug ran“, so Ellmann.
Die Bienen – später wog die Kiste knapp drei Kilogramm, also schätzungsweise bis zu 20.000 Exemplare – hätten übrigens Futter für bis zu drei Tage im Honigmagen dabeigehabt. Ein aufregender Feiertag, der dank der schnellen Hilfe des Imkerpräsidenten glimpflich endete.



