Buckelwal-Rettung in Wismar: Team kämpft mit Ausfällen und sinkenden Wasserständen
Buckelwal-Rettung: Team kämpft mit Ausfällen in Wismar

Buckelwal-Rettung in Wismar: Team kämpft mit Ausfällen und sinkenden Wasserständen

Die Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal in der Wismarer Bucht vor Poel wird durch erhebliche personelle Ausfälle und ungünstige Umweltbedingungen erschwert. Nach dem gescheiterten Versuch vom Vortag setzen die Helfer nun Saug- und Spülgeräte ein, um den Meeressäuger zu entlasten, wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf mitteilte.

Personelle Konsequenzen nach fünfter Strandung

Die private Initiative zur Rettung des Wals verzeichnet mehrere Abgänge. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin auftrat, ist zurückgetreten. Sie begründete ihren Schritt damit, dass eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich sei. Zudem wurde die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert am Montag per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Auch eine weitere Tierärztin, die speziell aus Hawaii eingeflogen worden war, hat das Team verlassen. Medienberichten zufolge reiste Jenna Wallace aufgrund interner Differenzen ab.

Kritischer Zustand des Wals

Der etwa zwölf Meter lange Buckelwal befindet sich in einem kritischen Zustand. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragt das Tier weiter aus dem Wasser, wodurch sein Gewicht stärker auf die inneren Organe drückt. Der Wasserstand in der Wismarbucht lag am Morgen rund 50 Zentimeter niedriger als zur gleichen Uhrzeit am Vortag. Nach Angaben des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sollte der Pegel gegen 10:00 Uhr sein Maximum erreichen und im Tagesverlauf um weitere 30 Zentimeter fallen.

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Gescheiterter Rettungsversuch am Montag

Nachdem der Wal drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte, schwamm er am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich los. Von Booten aus wurde versucht, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das womöglich schwer erschöpfte Tier jedoch. Seither liegt der Wal an der gleichen Stelle nahe des tieferen Fahrwassers. Es handelt sich bereits um die fünfte Strandung seit den ersten Sichtungen Anfang März.

Aktuelle Maßnahmen und historischer Hintergrund

Am Vormittag nahmen Mitglieder der privaten Initiative ihre Arbeiten am Wal wieder auf. In Livestreams ist zu sehen, wie Helfer in Neoprenanzügen durch das flache Wasser waten und das Tier mit Paddeln und bloßen Händen bespritzen. Später starteten Spülversuche mit schwerem Gerät. Umweltminister Backhaus kündigte zudem an, dem Wal Nahrung in Form von Hering und Shrimps anzubieten. Er betonte, dass das Tier trotz des kritischen Zustands vital sei und eine Chance habe.

Erste Sichtungen des Buckelwals gab es bereits Anfang März, als er im Hafen von Wismar auftauchte und Schaulustige anlockte. In den folgenden Wochen wurde er vor den Küsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen und wurde teilweise von Einsatzkräften und Meeresschützern der Organisation Sea Shepherd befreit. Die erste Strandung erfolgte am 23. März vor Timmendorfer Strand, gefolgt von weiteren Strandungen in der Wismarbucht und zuletzt in der Kirchsee-Bucht.

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