Cane Corso: Vom Listenhund zum liebevollen Familienbegleiter
Wuchtig im Körperbau, wachsam im Wesen – der Cane Corso Italiano ist ein imposanter Vierbeiner mit antiken Wurzeln und einer klaren Aufgabe: schützen, begleiten, arbeiten. Doch dieser beeindruckende Hund wird von vielen verkannt und in einigen Bundesländern sogar als Listenhund geführt. Dabei kann der Cane Corso bei richtiger Erziehung ein tolles Familienmitglied werden.
Die Geschichte einer fast vergessenen Rasse
Der Cane Corso Italiano stammt direkt vom Molosso Romano ab, der einst als Kriegshund im antiken Rom gehalten wurde. In den 1970er-Jahren war diese alte Rasse fast verschwunden, da andere Hunderassen deutlich beliebter waren. Erst engagierte Züchter verhalfen dem Cane Corso zu neuer Aufmerksamkeit. Die offizielle Anerkennung als eingetragene Hunderasse erfolgte schließlich im Jahr 1996.
Imposante Erscheinung mit sensiblem Charakter
Seinen nachdenklichen Blick verdankt der Cane Corso der typischen Furche auf der Stirn und den ausgeprägten Brauenbögen. Der breite Kopf und die abgeknickten Ohren lassen das Tier liebenswürdig erscheinen. Durch seine Abstammung hat die Rasse einen sehr kräftigen und muskulösen Körperbau – ein ausgewachsener Rüde kann bis zu 50 Kilogramm wiegen.
Das Fell ist kurz und glatt, mit einer dunklen Farbgebung, die von Schwarz über Grau bis hin zu Rot reichen kann. Rassetypisch ist auch die dunkle Maske im Gesicht. Früher wurden Rute und Ohren oft kupiert, was in Deutschland aus tierschutzrechtlichen Gründen mittlerweile verboten ist.
Vom Wachhund zum Familienmitglied
Trotz seines schlechten Rufs als sogenannter „Kampfhund“ ist der Cane Corso bei richtiger Sozialisierung ein freundlicher und kinderlieber Begleiter. Mit konsequenter Erziehung kann er zu einem gelehrigen Familienmitglied werden. Er ist sehr intelligent und aktiv – ein gemütlicher Zeitgenosse, der den ganzen Tag schläft, ist er definitiv nicht.
Rechtliche Situation in Deutschland
Der Cane Corso wurde traditionell als Wachhund eingesetzt und verteidigt seine Menschen und sein Zuhause entschlossen. Ohne Grund zeigt er jedoch keine Aggression. Dennoch wird er in Bayern als Listenhund aufgeführt. In Brandenburg galt dies vor der Abschaffung der Rasseliste 2024 ebenfalls. Je nach Bundesland können für seine Haltung bestimmte Auflagen gelten.
Erziehung und Haltung
Wie bei allen Hunden mit stark ausgeprägten Instinkten braucht auch der Cane Corso eine starke, konsequente Führung. Sein Wachtrieb und teils auftretender Jagdtrieb sollten schon im Welpenalter gemanagt werden. Hier bietet sich frühzeitig der Besuch einer Hundeschule an.
Die ideale Haltung umfasst:
- Ein Haus mit Garten für ausreichend Bewegungsfreiheit
- Engen Kontakt zu seinen Menschen
- Regelmäßige, lange Gassirunden
- Tägliche Spieleinheiten
- Aktive Begleitung bei Ausflügen zu Fuß oder mit dem Rad
Gesundheitliche Aspekte
Große Hunde wie der Cane Corso neigen zu bestimmten gesundheitlichen Problemen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED)
- Herzmuskelerkrankungen
- Verschiedene Augenkrankheiten
Ausreichend Bewegung, hochwertiges Futter und regelmäßige tierärztliche Check-ups haben jedoch einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Vierbeiners.
Der Cane Corso Italiano ist weit mehr als nur ein Wachhund oder Listenhund. Bei richtiger Erziehung, ausreichender Sozialisierung und liebevoller Führung entwickelt sich dieser intelligente und sensible Hund zu einem treuen und zuverlässigen Familienbegleiter, der seine Menschen bedingungslos liebt und beschützt.



