Feuerlöschteich in Demminer Wohngebiet wird zur tödlichen Gefahr für Tiere
Im Demminer Wohnviertel Achtermanns Acker hat sich das eigentlich zur Sicherheit angelegte Feuerlöschbecken zu einer tödlichen Falle für Tiere entwickelt. Seit der Erstbefüllung im März 2025 sind bereits zahlreiche Tiere in dem Wasserreservoir ertrunken, darunter zuletzt ein Fuchs am vergangenen Wochenende. Verzweifelte Anwohner wenden sich nun an die Öffentlichkeit und fordern endlich wirksame Schutzmaßnahmen.
Glatte Wände und unzureichende Sicherungen
Das zentrale Problem des Feuerlöschteichs liegt in seiner baulichen Beschaffenheit. Die Wände bestehen aus glatter Teichfolie, die keinerlei Halt bietet und mittlerweile zusätzlich mit glitschigen Algen bewachsen ist. Selbst die als Notlösung installierten Gummibänder erweisen sich als völlig unzureichend. „Wer einmal in dieses Becken gerät, kommt nicht mehr lebend heraus“, beschreibt eine betroffene Anwohnerin die Situation, die aus Angst vor Repressalien anonym bleiben möchte.
Besonders tragisch war der Fall einer Familie, die wochenlang den eingefrorenen Kadaver ihres Katers im Eis des Teiches betrachten musste. Die toten Tiere sind mittlerweile zwar versunken, doch der jüngste Vorfall mit dem ertrunkenen Fuchs zeigt erneut die Dringlichkeit des Problems auf.
Gefahr auch für Haustiere und Kinder
Die Anwohner machen sich nicht nur um Wildtiere Sorgen. „In unserem Wohngebiet gehen täglich viele Kinder mit ihren kleinen Hunden spazieren“, warnt die anonyme Anwohnerin. „Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Chihuahua unter dem Zaun durchschlüpft und ein Kind versucht, ihn zu retten.“
Tatsächlich klafft zwischen der Umzäunung und dem Erdreich ein beträchtlicher Spalt, der selbst für Kinder gefährlich werden könnte. Unter dem Tor des Zaunes könnte möglicherweise sogar ein Kind hindurchpassen.
Stadtverwaltung zögert bei Lösungsversprechen
Bereits vor Wochen hatte Bauamtsleiter Thomas Engler Maßnahmen angekündigt, um den unhaltbaren Zustand zu beenden. „Wir werden den Zaun anpassen. Sobald der Frost aus dem Boden ist, werden die Zaunfelder nach unten neu justiert“, versprach er damals. Doch bis heute ist nichts geschehen.
Die Stadtverwaltung hatte konkret angekündigt, den Zaun so umzubauen, dass die Zaunfelder direkt auf der Erdoberfläche aufliegen. Diese kostengünstige Maßnahme, die der städtische Bauhof selbst übernehmen könnte, wurde jedoch noch nicht umgesetzt.
80.000 Euro Investition mit gefährlichem Nebeneffekt
Der Feuerlöschteich im Bereich Achtermanns Acker verfügt über ein Fassungsvermögen von tausend Kubikmetern – das entspricht einer Million Liter Wasser. Die Hansestadt Demmin investierte insgesamt 80.000 Euro in das Projekt, um im Ernstfall die Löschwasserversorgung im Wohngebiet sicherzustellen. In diesem Bereich existieren nämlich keine Hydranten, wie die Anwohner bestätigen.
„Der Feuerlöschteich ist grundsätzlich eine gute Sache“, räumen die Anwohner ein. „Aber derzeit haben wir tatsächlich ein ernsthaftes Problem, das umgehend gelöst werden muss.“
Gummibänder bieten keine echte Rettung
Die aktuell im Wasser liegenden Gummibänder, an denen laut Bauamt demnächst noch Autoreifen befestigt werden sollen, werden von Tierschützern als unzureichend kritisiert. „Tiere in Panik nehmen diese Hilfen gar nicht wahr“, erklärt eine Tierschutzexpertin. Eine wirksame Aufstiegshilfe müsse umlaufend am gesamten Beckenrand verfügbar sein und den Tieren tatsächlich Halt bieten.
Als praktikable Lösung schlagen Tierschützer orangefarbene elastische Bauzäune vor. Diese könnten außerhalb des Beckens befestigt werden, ohne die Teichfolie zu beschädigen, und würden den Tieren eine echte Überlebenschance bieten.
Die Siedlung Achtermanns Acker soll in den kommenden Jahren weiter wachsen. Umso dringender benötigen sowohl die tierischen als auch die menschlichen Bewohner eine sichere Lösung für das gefährliche Wasserreservoir in ihrer Nachbarschaft.



