Die giftigsten Spinnen der Welt: Drei Arten, die den Titel verdienen
Viele Menschen fürchten sich vor Spinnen, doch in Deutschland sind die meisten Arten für Menschen harmlos. Weltweit existieren jedoch einige Spinnen, deren Biss lebensbedrohlich sein kann. Welche Art tatsächlich die giftigste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, doch drei Kandidaten haben sich den Titel redlich verdient.
Fast alle Spinnen sind giftig
Grundsätzlich besitzen fast alle Spinnen Gift, das sie zum Erlegen ihrer Beute benötigen. Entscheidend für die Gefährlichkeit sind jedoch die Potenz des Giftes, sein Wirkmechanismus und das Verhalten der Spinne. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Spinne zubeißt? Die folgenden drei Arten kombinieren alle diese Faktoren auf gefährliche Weise.
Die Sydney-Trichternetzspinne aus Australien
Die Sydney-Trichternetzspinne gilt als eine der gefährlichsten Spinnen überhaupt. Ihr Biss kann für Erwachsene lebensbedrohlich sein. Diese Art und ihre Unterarten leben im Großraum Sydney und sind besonders während der Paarungszeit aggressiv.
Interessant für die Wissenschaft: Das Gift der Männchen ist fünf- bis sechsmal stärker als das der Weibchen. Zudem produzieren sie mehr Gift und verhalten sich aggressiver. Während der Paarungszeit verlassen sie ihre Röhren und gelangen auch in Wohngebäude, was die Wahrscheinlichkeit von Bissunfällen erhöht. Seit der Einführung eines Gegengiftes in den 1980er-Jahren gab es jedoch keine Todesfälle mehr.
Die Brasilianische Wanderspinne
Viele Experten betrachten die Brasilianische Wanderspinne, auch Bananenspinne genannt, als die giftigste Spinne der Welt. Mit einer durchschnittlichen Größe von 35 Millimetern baut sie kein Netz, sondern lebt als Nomadin.
Tagsüber versteckt sie sich in Bromelien, Termitenhügeln oder Felsspalten, nachts geht sie auf Wanderschaft – bis zu 100 Meter weit. Ihr Speiseplan umfasst Grillen, Schaben, Skorpione und sogar kleine Wirbeltiere. Fühlt sie sich bedroht, richtet sie sich auf, zeigt Warnfarben und greift bei Bedarf an. Vereinzelt wurde diese Spinne sogar in Deutschland entdeckt, meist als blinder Passagier in Bananenkisten.
Die Schwarze Witwe mit starkem Nervengift
Kaum eine Spinne ist so berüchtigt wie die Südliche Schwarze Witwe. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Südosten der USA bis nach Südamerika. Das Weibchen wird acht bis 13 Millimeter groß und baut ein unregelmäßiges, bodennahes Netz.
Ihr Gift enthält Alpha-Latrotoxin, ein starkes Nervengift. Ein Biss wird oft zunächst kaum bemerkt, doch nach 30 bis 60 Minuten können starke Muskelkrämpfe, Schmerzen, Schwellungen und Rötungen auftreten. Todesfälle sind selten und betreffen meist geschwächte Menschen, Kinder oder Ältere. Die Schwarze Witwe beißt nur, wenn sie sich direkt bedroht fühlt.
Was bei einem Spinnenbiss passiert
Selbst die giftigsten Spinnen greifen Menschen nicht grundlos an. Sie beißen nur, wenn sie keinen Fluchtweg mehr sehen. Das Gift gelangt über die Beißwerkzeuge in den Körper, worauf meist eine kleine, juckende Blase entsteht.
Innerhalb von 30 bis 60 Minuten kann die gesamte Gliedmaße schmerzen und anschwellen. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und leichte Atemlähmungen. Die betroffene Stelle sollte sofort gekühlt werden, Schmerzmittel können helfen. Bei schweren Verläufen kann nur ein schnelles Gegengift Leben retten.
So furchteinflößend ihr Ruf ist: In Deutschland müssen Sie keine tödliche Spinne fürchten. Doch in anderen Teilen der Welt entscheidet manchmal jede Minute über Leben und Tod.



