Schulimkerei im Hort: Wie Kinder kleine Imker werden
Ein Hort in Halle schafft mit Bienen neue Lernwelten. Im Hort „Frohe Zukunft“ summt es: Drei Bienenvölker machen Natur plötzlich erlebbar. Bis zu 30 Liter Honig können hier bald geerntet werden. Wie der Einrichtung der Weg zu eigenen Bienenstöcken gelungen ist.
Von Isabell Sparfeld
27.04.2026, 06:58
Der Hort „Frohe Zukunft“ in Halle hat eigene Bienenstöcke bekommen.
Halle (Saale)/ MZ. – Beim Hort „Frohe Zukunft“ in Halle leben seit Kurzem drei Bienenvölker. Die Einrichtung hat im Rahmen eines Projekts von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mit Unterstützung vom Landwirtschaftsministerium und des Imkerverbands eine vollständige Ausrüstung erhalten. Der Weg zur Schulimkerei war lang. Seit fast zwei Jahren hat der Hort von einer Imkerei auf dem eigenen Gelände geträumt. Die Einrichtung legt allgemein ihren Fokus auf Natur- und Umweltbildung.
„Ausgerüstet mit Beuten, Zargen, einer Honigschleuder und entsprechender Schutzausrüstung können wir unseren Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Bienen und Honig nun praxisnah vermitteln“, sagt Hortleiterin Michaela Wähler, die die Bewerbung für das Schulimkerprojekt bei der Agrarmarketinggesellschaft eingereicht hatte.
Imkerschein für Kinder: Mit ausgebildeten Bienenpädagogen im Hort
In Vorbereitung auf den Einzug der drei Bienenvölker aus dem Saalekreis veranstaltete der Hort eine Projektwoche, in der sich die Kinder inhaltlich mit den Insekten auseinandersetzten. Das Interesse der Kinder ist groß. Ziel sei es, dass die Schüler später in der AG einen internen Imkerschein machen können. Der erlaubt es ihnen schließlich, mit Schutzanzug und Begleitung zu den Bienenstöcken zu gehen.
Damit alles reibungslos abläuft, haben sich drei Pädagogen im Hort zu Imkern ausgebildet. Sie können die artgerechte Haltung sicherstellen. Das schafft der Einrichtung etwas Unabhängigkeit. Zusätzlich begleiten spezielle externe Bienenpädagogen das Projekt in den ersten beiden Jahren. Gemeinsam entwickelten sie etwa ein Schutzkonzept, sowohl für die Insekten als auch für die Kinder.
Erste Honigernte im Hort voraussichtlich nach den Sommerferien
„Dass die Eltern gut mitgenommen werden, ist ganz wichtig“, erklärt Wähler. Sie seien von Anfang an über die Pläne informiert worden. Bei einem Einweihungsfest für die Bienenstöcke hätten sich die Eltern auch noch mal vor Ort alles anschauen können. Zusätzlich zu der Imkerausstattung bekam die Schule vom Obstanbauverband zwei junge Apfelbäume – als Futter für die Bienen, aber auch zur eigenen Ernte für die Kinder. „Wenn alles gut verläuft, können wir nach den Sommerferien mit der ersten Honigernte rechnen. Bis zu 30 Liter sind möglich“, sagt die Hortleiterin.



