Rätsel um virales Katzenvideo: Füttern die Tiere wirklich ihre Stofftiere?
Katzenvideo: Füttern sie wirklich ihre Stofftiere?

Rätsel um virales Katzenvideo: Füttern die Tiere wirklich ihre Stofftiere?

Bei vielen Katzenbesitzern ist es ein vertrautes Bild: Das Lieblingsspielzeug der Samtpfote begleitet sie überall hin – sogar zum Fressnapf. Doch was steckt wirklich hinter diesem kuriosen Verhalten? Ein aktuelles Video, das im Internet für Furore sorgt, wirft genau diese Frage auf.

Ein Video, das Millionen Menschen bewegt

Erstmals tauchte der besondere Clip am 13. Oktober 2025 auf. Die Humane Society of Somerset County im US-Bundesstaat Maryland veröffentlichte ihn auf Facebook. Seitdem wird das Video auf Plattformen wie Reddit immer wieder geteilt und intensiv diskutiert. Zu sehen ist eine junge Siamkatze, die ihre grüne Stoffschlange mit zum Napf trägt.

Auffällig ist dabei ein Detail: Die Katze justiert den Kopf des Spielzeugs immer wieder sorgfältig, bis er tief genug im Napf steckt und das Futter berührt. Für viele Betrachter wirkt diese Szene wie echte Fürsorge – als wolle die Katze ihren Stofffreund füttern. Doch ist eine Katze überhaupt zu einer solchen mentalen Leistung fähig?

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Kein Einzelfall: Dieses Verhalten ist bekannt

So kurios das Verhalten zunächst erscheinen mag – neu ist es nicht. Bereits im Jahr 2018 berichtete die US-Autorin Maureen Johnson auf der Plattform X von einem ähnlichen Phänomen. Der Kater ihrer Eltern sammle regelmäßig sämtliche Spielzeuge ein und stecke sie mit dem Gesicht voran in den Napf. Es sehe aus, als würde er sie füttern, obwohl er gleichzeitig ständig auf ihren Gesichtern herumkaue.

Im Internet finden sich zahlreiche ähnliche Berichte von Katzenhaltern, die das Problem „Spielzeug im Futter- oder Wassernapf“ nur zu gut kennen. Offenbar handelt es sich um ein verbreitetes Verhaltensmuster bei unseren Stubentigern.

Der Jagdinstinkt als wahrscheinlichste Erklärung

Verhaltensexperten sehen in diesem Verhalten vor allem eines: den natürlichen Jagdtrieb der Katzen. Ihre Erklärung ist einleuchtend: Katzen tragen ihre Beute oft an einen anderen Ort, um sie dort in Ruhe zu fressen. In diesem Fall wäre das Spielzeug also kein Freund, sondern klar als Beute identifiziert.

Doch es gibt weitere mögliche Gründe für dieses Verhalten. Vor allem junge Katzen experimentieren gerne mit ihrer Umwelt. Sie werfen Spielmäuse ins Wasser, um sie wieder herauszufischen – der Napf wird dann zum spannenden Spielort. Hinzu kommt ein möglicher Lerneffekt: Viele Halter lachen oder reagieren begeistert, wenn die Katze scheinbar ihr Spielzeug „mitfüttert“. Diese positive Aufmerksamkeit kann das Verhalten verstärken, da die Katze merkt: Dafür bekomme ich eine Reaktion.

Und was ist mit echter „Freundschaft“?

Ganz auszuschließen ist eine andere Erklärung für das Verhalten jedoch nicht. Denn es gibt durchaus Katzen im Netz, die zumindest vermuten lassen, dass noch andere Motivationen dahinterstecken könnten. Ein besonderes Beispiel ist die Fischkatze „Flounder“, die mit ihrer Halterin Nina Leipold zusammenlebt und über ein Soundboard kommuniziert.

Flounder hat eine enge Bindung zu ihrem Lieblingsspielzeug, einer stark zerbissenen Stoffmaus namens „Mouse Toy“. Sie legt sie regelmäßig in den Napf ihrer Mitkatze. Außerdem „kommuniziert“ sie Kombinationen wie „Mouse Toy“ und „Potty“, wenn das Spielzeug sie sogar auf die Toilette begleiten soll. Bei Ausflügen sitzt die Maus im kleinen Rucksack am Brustgeschirr. Hier zeigt sich recht klar: Mouse Toy ist eher Sozialpartner als Beute.

Mehr als nur Beute? Eine differenzierte Betrachtung

Zwar ist eine Fischkatze keine gewöhnliche Hauskatze, und ihre Halterin ist Tiertrainerin, die viel Zeit ins Training investiert. Trotzdem zeigt dieses Beispiel: Katzen können Spielzeuge offenbar auch als eine Art Sozialpartner wahrnehmen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen – eine Mischung aus Instinkt, Spieltrieb und individueller Bindung.

Wenn also das nächste Mal eine Stoffmaus im Napf Ihrer Katze liegt, lohnt sich ein genauer Blick auf das Verhalten. Wird sie nur gejagt – oder auch mit ins Bett genommen? Manchmal ist es reiner Instinkt. Manchmal vielleicht doch ein kleines Stück Zuneigung zu einem Spielzeug, das mehr ist als nur ein Gegenstand.

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