Ministerium warnt vor Ausbreitung der Newcastle-Krankheit bei Geflügel
Nach bestätigten Ausbrüchen in den Bundesländern Brandenburg und Bayern hat das Landwirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt eine deutliche Warnung vor dem Risiko einer Infektion mit der hochansteckenden Newcastle-Krankheit bei Geflügel ausgesprochen. Die aktuelle Gefährdungslage wird als vergleichbar mit der bereits seit dem vergangenen Herbst verstärkt grassierenden Geflügelpest eingeschätzt, wie das Ministerium auf Anfrage mitteilte.
Viren zirkulieren bei Wildvögeln
Beide Viruserkrankungen zirkulieren derzeit intensiv in Wildvogelpopulationen, was die Übertragungsgefahr auf Hausgeflügel deutlich erhöht. Das Ministerium fordert alle Geflügelhalter nachdrücklich auf, die Grundregeln der Biosicherheit strikt einzuhalten und insbesondere den Kontakt ihrer Tiere zu Wildvögeln konsequent zu vermeiden. Zusätzlich muss der Gesundheitszustand des Geflügels gewissenhaft und regelmäßig überwacht werden.
„Sobald die Tiere schwach erscheinen, die Legeleistung zurückgeht oder gar Anzeichen von Durchfall oder Atemnot auftreten, ist unbedingt ein Tierarzt zu Rate zu ziehen“, betont das Ministerium in seiner Stellungnahme. Diese Symptome können erste Hinweise auf eine Infektion mit der Newcastle-Krankheit sein, die für Geflügel in der Regel tödlich verläuft, für Menschen jedoch ungefährlich ist.
Impfpflicht und aktuelle Ausbruchszahlen
Für die Newcastle-Krankheit, die auch als atypische Geflügelpest bezeichnet wird, besteht für Geflügelhalter eine gesetzliche Impfpflicht. Ende Februar hatte das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald über den bundesweit ersten Ausbruch dieser meldepflichtigen Viruserkrankung seit dreißig Jahren bei Geflügel in Brandenburg informiert. Kurz darauf folgten weitere Ausbrüche in Bayern.
Laut aktuellen Angaben des FLI gibt es derzeit 21 bestätigte Seuchenfälle in Deutschland. Diese Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen in der gesamten Geflügelhaltung.
Geplante Maßnahmen in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt plant das Landwirtschaftsministerium für Mitte März ein Treffen mit Vertretern des Wirtschaftsverbandes Eier und Geflügel sowie der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt. Ziel dieses Austauschs ist die Diskussion konkreter Möglichkeiten zur Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungsbetrieben. Dabei sollen praktische Lösungen erarbeitet werden, um die Ausbreitung der Newcastle-Krankheit wirksam einzudämmen und die Tierbestände besser zu schützen.
Die Behörden appellieren an alle Geflügelhalter, die vorgeschriebenen Hygienevorschriften penibel umzusetzen und bei verdächtigen Krankheitssymptomen umgehend tierärztlichen Rat einzuholen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann eine weitere Verbreitung dieser gefährlichen Tierseuche verhindert werden.



