Notwehr in der Slowakei: Förstersohn erschießt angreifende Bärin – drei Jungtiere verwaist
Ein dramatischer Vorfall hat sich in den slowakischen Bergen ereignet. Ein Förster wurde bei einem Waldspaziergang von einer Braunbärin angegriffen und schwer verletzt. Sein Sohn griff daraufhin zur Waffe und tötete das Muttertier in einer Notwehrhandlung. Die tragischen Folgen: Drei etwa einen Monat alte Bärenjunge wurden verwaist und stark geschwächt aufgefunden.
Der Angriff im Bergwald bei Hrboltová
Laut den Schilderungen von Umweltstaatssekretär Filip Kuffa, der sich auf die Aussagen des Sohnes des Verletzten berief, waren die beiden Männer mit ihrem Jagdhund in einem Bergwald bei Hrboltová unterwegs. Hrboltová ist ein Stadtteil von Ružomberok, das im Deutschen als Rosenberg bekannt ist. Plötzlich und völlig unerwartet griff die Bärin die Gruppe an.
Der Vater des jungen Mannes feuerte daraufhin mehrfach mit einer Pistole auf das aggressive Tier. Trotz dieser Abwehrversuche wurde er von der Bärin attackiert und gebissen. In dieser kritischen Situation ergriff der Sohn die Initiative und tötete die Braunbärin mit mehreren gezielten Schüssen aus einer Kurzwaffe.
Tragische Begleitumstände des Vorfalls
Neben der menschlichen Verletzung gab es weitere tragische Begleitumstände. Rund 200 Meter von der Angriffsstelle entfernt fand der Sohn den schwer verletzten Jagdhund der beiden Männer. Das Tier erlag später seinen Verletzungen. Der angegriffene Förster wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo er medizinisch behandelt werden konnte.
Ein Sprecher des Einsatzteams Braunbär des staatlichen Naturschutzes bestätigte in den Abendnachrichten des slowakischen Senders STVR, dass es sich bei der getöteten Bärin um ein säugendes Muttertier handelte. In der Nähe der Angriffsstelle wurden daraufhin drei etwa einen Monat alte Jungtiere entdeckt, die bereits in einem stark geschwächten Zustand waren.
Rettungsversuche für die Bärenjungen
Die verwaisten Bärenjungen wurden umgehend in einen Zoo im westslowakischen Bojnice gebracht. Eines der Jungtiere benötigte dabei dringend tierärztliche Hilfe. Die Rettungsaktion für die kleinen Bären gestaltete sich schwierig, da sie ohne ihre Mutter kaum Überlebenschancen in der Wildnis gehabt hätten.
Nach einer offiziellen Zählung, die im Jahr 2022 veröffentlicht wurde, leben in der Slowakei derzeit etwa 1200 Braunbären. Experten weisen darauf hin, dass solche Angriffe insbesondere bei überraschenden Begegnungen oder wenn Muttertiere ihre Jungen bedroht sehen, vorkommen können. In den vergangenen Jahren kam es nach Behördenangaben in der Slowakei auch zu tödlichen Zwischenfällen zwischen Menschen und Bären.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zum Zusammenleben von Menschen und großen Wildtieren in bergigen Regionen auf und zeigt die schwierigen ethischen und praktischen Dilemmata, die bei solchen Begegnungen entstehen können.



