Tragischer Tod zweier Graupapageien nach Feuerlöscher-Wartung
In einer Autowerkstatt in Düsseldorf hat sich eine erschütternde Tragödie ereignet. Die beiden Graupapageien Coco (18) und Cio (4) sind unter mysteriösen Umständen gestorben, kurz nachdem ein Mitarbeiter einer Wartungsfirma die Feuerlöscher des Betriebs überprüft hatte. Besitzer Cihan Ünal (49) trauert um seine gefiederten Gefährten, die er wie eigene Kinder liebte.
Plötzliches Versterben der aktiven Vögel
Am 6. Januar gegen 12:45 Uhr verließ der Monteur nach der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung der fünf Pulver-Feuerlöscher die Werkstatt. „Kurz danach merkte ich, wie meine normalerweise aktiven und lauten Papageien schläfriger wurden“, berichtet Ünal. „Anfangs dachte ich noch, es läge am kalten Wetter.“ Doch die Situation verschlimmerte sich rapide.
Drei Stunden nach dem Besuch des Kontrolleurs begann der ältere Papagei Coco zu röcheln. Als Ünal ihn aus dem Käfig nahm, war der jüngere Cio bereits völlig benommen und wackelig auf den Beinen. Der verzweifelte Besitzer packte beide Vögel in Decken und brachte sie sofort zu einer Tierärztin.
Akute Vergiftung als Todesursache
In der tierärztlichen Praxis wirkten die Papageien bereits leblos. Die behandelnde Ärztin diagnostizierte eine vermutlich akute Vergiftung und äußerte wenig Hoffnung. Am nächsten Morgen kam die traurige Gewissheit: Beide Vögel waren in der Nacht gestorben. „Sie haben keine Lungen wie wir Menschen, sondern Luftsäcke“, erklärt Ünal die besondere Gefährdung von Vögeln. „Sie können schädliche Stoffe nicht abhusten. Wenn sich Gas in einem geschlossenen Raum sammelt, verdrängt es den Sauerstoff und die Tiere ersticken qualvoll.“
Feuerlöscher mit Druckverlust im Fokus
Da sein Geschäft kameraüberwacht ist, überprüfte Ünal die Aufnahmen des kritischen Tages. „Das Einzige, was anders war, war der Besuch des Kontrolleurs“, stellt er fest. Bei der Untersuchung des kontrollierten Feuerlöschers entdeckte er einen signifikanten Druckverlust. Statt der vorgeschriebenen 15 bar zeigte das Manometer nur noch 9,1 bar an – ein Wert, der später von einer unabhängigen Fachfirma bestätigt wurde.
Das Treibmittel in solchen Pulver-Feuerlöschern ist Stickstoff. Dieses Gas kann in hoher Konzentration in geschlossenen Räumen besonders für Vögel lebensgefährlich werden. Ünal vermutet, dass bei der Wartung Stickstoff ausgetreten ist und sich in seiner Werkstatt angesammelt hat.
Wartungsfirma weist Vorwürfe zurück
Als Ünal die Wartungsfirma mit seinen Vermutungen konfrontierte, wies diese einen Zusammenhang zwischen der Feuerlöscher-Prüfung und dem Tod der Papageien zurück. Man vermutete stattdessen, die Vögel seien bereits vorher krank gewesen. Allerdings zeigte sich der Anwalt der Firma bereit, den verdächtigen Feuerlöscher von einem Sachverständigen untersuchen zu lassen.
Sollte sich dabei ein Fehlverhalten nachweisen lassen, wäre die Firma laut ihrem Rechtsvertreter bereit, über Schadensersatz zu verhandeln. Der materielle Wert der beiden Graupapageien wird auf jeweils bis zu 1000 Euro geschätzt.
Besitzer fordert Aufklärung für die Sicherheit aller
Für Cihan Ünal geht es jedoch nicht um finanzielle Entschädigung. „Es bringt mir meine Papageien nicht zurück“, betont er traurig. „Mir ist nur wichtig, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird und sich so etwas nicht wiederholt.“ Der Werkstattbesitzer weist auf die potenzielle Gefahr für besonders vulnerable Personengruppen hin: „Feuerlöscher hängen auch in Altenheimen, Kindergärten und Krankenhäusern. Da könnte ausströmendes Gas zur ernsten Bedrohung für vorerkrankte und schwache Menschen werden.“
Die beiden Graupapageien waren für Ünal mehr als nur Haustiere. Sie begleiteten ihn sogar bis ins Auto und gehörten zum festen Bestandteil seines Arbeitsalltags. Nun herrscht in seiner Werkstatt statt des gewohnten Vogelgeplauders eine bedrückende Stille. Der Fall zeigt auf erschreckende Weise, wie technische Kontrollen unbeabsichtigt zu tragischen Konsequenzen führen können – besonders für empfindliche Lebewesen wie Vögel mit ihrer speziellen Atemphysiologie.



