Emotionale Freilassung: Drei gerettete Schwäne finden neues Zuhause im Krakower See
Ein bewegendes Kapitel der Tierrettung in Mecklenburg-Vorpommern fand am vergangenen Sonntag seinen glücklichen Abschluss. Drei schwerverletzte Schwäne, die monatelang gepflegt wurden, erhielten ihre Freiheit zurück und wurden im Krakower See bei Krakow am See ausgewildert. Unter den gefiederten Passagieren befand sich der besonders bekannte Schwan Hechtor aus Teterow, dessen Schicksal viele Menschen in der Region berührt hatte.
Monatelange Pflege und Rehabilitation
Der engagierte Tierretter Peter Koerner aus Güstrow hatte die drei Schwäne mit den Namen Heintje, Erika und Hechtor in den vergangenen Monaten aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Alle Tiere waren mit schweren Verletzungen auf Straßen der Region gefunden worden und benötigten intensive tierärztliche Versorgung. Besonders das Schicksal von Hechtor bewegte die Bevölkerung von Teterow und Umgebung, nachdem sich der Schwan im Oktober des Vorjahres bei stürmischem Wetter in der August-Bebel-Straße das Bein gebrochen hatte.
Peter Koerner erklärte zur emotionalen Bedeutung der Freilassung: „Es ist schon ein sehr bewegendes Gefühl. Natürlich baut man im Laufe der Zeit eine emotionale Bindung zu den Tieren auf. Und ein wenig traurig bin ich jetzt schon. Aber irgendwann heißt es dann immer Abschied nehmen, denn die Schwäne gehören in die Freiheit.“
Besondere Auswilderungsaktion am Wolbenwerder
Die Freilassung gestaltete sich als sorgfältig geplante Aktion. In aller Frühe brachte Koerner die drei Schwäne im Kofferraum seines Autos nach Krakow am See. Dort wartete bereits ein Boot der Wasserwacht, das die gefiederten Passagiere zu einer Stelle namens Wolbenwerder auf dem Krakower See brachte. Um die Tiere nicht unnötig aufzuregen, blieben die Transportkäfige bis zum letzten Moment abgedeckt.
Als die Käfige geöffnet wurden, ließen sich die Schwäne nicht lange bitten. Mit imposanten und lautstarken Flügelschlägen erhoben sie sich in die Lüfte, um Sekunden später zum Landeanflug auf dem Wasser anzusetzen. Dort konnten sie sich mit dem feuchten Element vertraut machen, das fortan ihr neues Zuhause sein wird.
Prominente Unterstützung und regionale Bedeutung
Unter den Beobachtern der Auswilderung befand sich auch ein prominenter Teterower: Bürgervorsteher Christian Wolter (AfD). Dieser hatte den verletzten Hechtor im vergangenen Jahr direkt vor seiner Haustür entdeckt und wollte unbedingt bei der Freilassung dabei sein.
Christian Wolter äußerte sich dankbar: „Ich freue mich sehr, dass diese Geschichte jetzt so einen guten Ausgang gefunden hat. Und besonders dankbar bin ich Peter Koerner und seinen Helfern, die sich in den vergangenen Monaten mit so viel Hingabe um Hechtor gekümmert haben.“
Gründe für die Umsiedlung nach Krakow am See
Die Entscheidung, die Schwäne nicht in ihrem ursprünglichen Lebensraum am Teterower See freizulassen, war sorgfältig abgewogen. Peter Koerner erklärte dazu: „Auf dem Teterower See sind die Reviere bereits abgesteckt. Das hätte für die drei Schützlinge lebensgefährlich werden können. Deshalb haben wir uns für Krakow entschieden. Und ich bin mir sicher, dass die drei Schwäne hier sehr schnell heimisch und zusammen ihr Glück finden werden.“
Die erfolgreiche Auswilderung markiert nicht nur einen persönlichen Erfolg für den Tierretter und seine Helfer, sondern steht auch beispielhaft für den engagierten Tierschutz in der Region Mecklenburg-Vorpommern. Die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier, die während der Pflegezeit entstanden war, musste schließlich der natürlichen Freiheit der Tiere weichen – eine Entscheidung, die sowohl Wehmut als auch große Erfüllung mit sich bringt.



