Streunerhilfe Plau räumt verwahrlostes Grundstück für feste Futterstelle auf
Streunerhilfe Plau schafft Futterstelle für Katzen

Streunerhilfe Plau schafft Grundlage für feste Futterstelle

Mit einer groß angelegten Aufräumaktion haben elf Freiwillige der Streunerhilfe Plau am vergangenen Sonnabend ein stark vermülltes Grundstück geräumt. Das Ziel ist klar: Eine feste Futterstelle für die noch verbliebenen Streunerkatzen einrichten und so ihre Existenz sichern, während gleichzeitig ihre unkontrollierte Vermehrung gestoppt werden soll.

Verwahrlosung nach Tod der Bewohnerin

Das Grundstück, auf dem bis Ende vergangenen Jahres eine Frau lebte, präsentiert sich in einem erschütternden Zustand. Vergammelte Kleidung, leere Flaschen und Eimer voll mit Exkrementen zeugen von der extremen Verwahrlosung. Ohne Strom und fließendes Wasser, mit undichten Zelten und Hütten, versorgte die verstorbene Bewohnerin dort zahlreiche wild lebende Katzen, so gut es ihr möglich war. Seit ihrem Tod sind sowohl das Grundstück als auch die Tiere sich selbst überlassen.

Antonia Wengert von der Streunerhilfe Plau erklärt: „Wir möchten dort eine feste Futterstelle für die noch verbliebenen Katzen einrichten. Außerdem sollen die verbleibenden sechs bis sieben Katzen kastriert und gechippt werden.“ Von ursprünglich mehr als 50 Katzen konnten in den letzten dreizehn Monaten bereits die meisten Tiere gesichert, medizinisch behandelt und in liebevolle Hände vermittelt werden.

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Juristische und praktische Hürden

Der Garten wurde juristisch vorerst einer Erbengemeinschaft zugeordnet. Nach Angaben der Stadt Plau wurde das Grundstück bisher nicht an diese überschrieben, weshalb sich die Stadtverwaltung nicht dafür verantwortlich sieht, dort tätig zu werden. Informationen zu den Erben sind derzeit nicht verfügbar, was die Situation zusätzlich erschwert.

Die ehrenamtlichen Helfer kritisieren die Untätigkeit der Stadt deutlich. Zwar hatte sich die Stadt Plau im letzten Jahr zumindest an den Kastrationskosten für die Katzen auf dem besagten Grundstück beteiligt, doch ihre Hauptaussage gegenüber den Tierschützern bleibt: Sie sei für Streunerkatzen nicht zuständig, sondern nur für Fundtiere. Interessanterweise gibt es laut Verwaltungsvorschrift über das Verfahren mit Fundtieren im Amtsblatt Mecklenburg-Vorpommern diese Unterscheidung gar nicht.

Gesundheitliche Risiken und dringender Handlungsbedarf

Der starke Müll auf dem Grundstück stellt bei steigenden Temperaturen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Er zieht andere Tiere an, beginnt zu verfaulen und birgt ein hohes Krankheitsrisiko. Aktuell leben dort noch sechs bis sieben Katzen, die ehrenamtlich versorgt werden müssen. Vorübergehend erfolgt die Fütterung im Garten eines nachbarschaftlich engagierten Anwohners, der jedoch mittelfristig seinen Platz wieder selbst beansprucht.

Die Sorge der Tierschützer ist groß, dass sich die freilebenden Katzen weiter unkontrolliert vermehren und Krankheiten wie Giardien oder Katzenseuche verbreiten könnten. Ein derartiges Szenario habe man bereits in diesem Garten beobachtet, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.

Eigeninitiative und finanzielle Belastung

Am Wochenende hatte die Streunerhilfe einen Container gemietet und mit dem gesammelten Müll gefüllt. Glas, Pappe, Sondermüll und organische Abfälle wurden von den Helfern sorgfältig getrennt entsorgt. „Wir danken allen Beteiligten und besonders den freiwilligen Helfern, die täglich die Katzen füttern“, betont Antonia Wengert nachdrücklich.

Um die Arbeiten fortzusetzen, wird für das kommende Wochenende ein weiterer Container benötigt. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Organisatoren jedes Mal auf rund 300 Euro, eine Summe, die die ehrenamtliche Initiative vollständig selbst tragen muss.

Unterstützung dringend benötigt

Die Streunerhilfe Plau ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen, sei es in Form von Spenden oder praktischer Mithilfe. Weitere Informationen zu der Initiative, ihren Zielen und wie man helfen kann, finden sich auf der Website der Streunerhilfe Plau am See oder können telefonisch unter 0152 369 35 769 erfragt werden. Jede Hilfe trägt dazu bei, das Leben der Streunerkatzen zu verbessern und eine nachhaltige Lösung für das Problem zu finden.

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