Tote Schwäne im Landwehrkanal: Polizei beginnt mit Bergung nach Eisbildung
Tote Schwäne im Landwehrkanal: Polizei beginnt Bergung

Tote Schwäne im Landwehrkanal: Polizei beginnt mit Bergung nach Eisbildung

Die Wasserschutzpolizei hat am Mittwochmittag zwei tote Schwäne aus dem Landwehrkanal in Berlin geborgen. Dies teilte eine Sprecherin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg mit. Die Tiere wurden in der Umgebung der Baerwaldbrücke aus dem Kanal geholt, unter Beteiligung von Tierärztinnen der Veterinäraufsicht.

Bergung unter erschwerten Bedingungen

Die Aktion erfolgte nach Angaben der Sprecherin vom Ufer des Kanals aus, auf dem sich noch Eis befunden habe. Aufgrund dieser gefährlichen Situation sei die Bergung weiterer Tierkadaver nicht möglich gewesen. Eine genaue Anzahl der in den vergangenen Tagen auf dem Landwehrkanal verendeten Schwäne konnte die Sprecherin nicht nennen, es handele sich um ein dynamisches Geschehen.

Von mindestens einem Dutzend toter Schwäne auf Höhe des Technikmuseums hatte die B.Z. bereits am Montag berichtet. Weil der Landwehrkanal jedoch Anfang der Woche noch größtenteils zugefroren war, konnten die Bergungsaktionen erst am Mittwoch beginnen, so die Sprecherin.

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Mögliche Todesursachen: Verhungern oder Vogelgrippe

Die Tiere sind wohl schlichtweg verhungert, sagte Derk Ehlert, Wildtierreferent des Landes Berlin, dem Tagesspiegel. Wegen des zugefrorenen Kanals hätten die Schwäne nicht mehr ausreichend Nahrung gefunden.

Als alternative Todesursache kommt für Ehlert aber auch die Vogelgrippe in Betracht. Diese sei in den vergangenen zwei Wochen wieder vermehrt unter Berliner Wasservögeln aufgetreten. Durch den strengen Winter hat sich die Infektionslage verschärft, teilte auch die zuständige Senatsverwaltung dieser Tage mit.

Die Tiere würden sich auf den wenigen eisfreien Flächen sammeln, wodurch das Übertragungsrisiko steige. Auffällig sei gegenwärtig die hohe Zahl der vermutlich mit der Vogelgrippe infizierten Schwäne.

Untersuchungen im Landeslabor

Ob die am Mittwoch geborgenen Schwäne auch mit der Vogelgrippe infiziert waren, wird jetzt im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet und könnten Aufschluss über das Ausmaß der Bedrohung für die Wasservogelpopulation geben.

Die Situation bleibt angespannt, da weitere Bergungen aufgrund der Eisverhältnisse erschwert sind und die Zahl der toten Tiere möglicherweise noch steigen könnte. Behörden und Tierschützer beobachten die Entwicklung genau.

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