Prignitz entwickelt Klimaanpassungskonzept: Gemeinsame Lösungen für ländliche Kommunen
Prignitz: Klimaanpassungskonzept für ländliche Kommunen

Prignitz entwickelt Klimaanpassungskonzept: Gemeinsame Lösungen für ländliche Kommunen

Seit September 2025 hat der Landkreis Prignitz mit Caroline Meder eine eigene Klimaanpassungsmanagerin. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, bis September 2027 ein umfassendes Klimaanpassungskonzept für die Region zu erstellen. Dieses Vorhaben wird durch Bundesmittel finanziert, die im Rahmen des im Juni 2025 beschlossenen Klimaanpassungsgesetzes bereitgestellt werden.

Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung

Caroline Meder erklärt den grundlegenden Unterschied: Während sich Klimaschutz darauf konzentriert, den Klimawandel aufzuhalten – beispielsweise durch die Reduzierung von CO2-Emissionen – geht es bei der Klimaanpassung um den Umgang mit bereits eingetretenen Klimafolgen. In der Prignitz sind das vor allem:

  • Trockenheit
  • Hitzeperioden
  • Stürme
  • Starkregenereignisse

„Wie sollen wir diesen Herausforderungen begegnen? Das möchte ich gemeinsam mit den Kommunen im Landkreis herausarbeiten“, betont Meder.

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Gemeinsame Entwicklung mit allen Kommunen

Das Konzept wird in enger Zusammenarbeit mit allen elf Kommunen des Landkreises entwickelt:

  1. Städte Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge
  2. Ämter Meyenburg, Lenzen-Elbtalaue, Putlitz-Berge, Bad Wilsnack/Weisen
  3. Gemeinden Groß Pankow, Karstädt, Plattenburg und Gumtow

Besonderes Augenmerk legt Meder dabei auf die Einbeziehung der Dörfer und Ortsbeiräte. „Nur wenn die Kommunen mitgenommen werden, kann etwas Nachhaltiges entstehen“, erklärt sie.

Auftaktveranstaltung und konkrete Beispiele

Am 12. Februar 2026 fand in Lenzen eine eintägige Auftaktveranstaltung statt. Hier wurden zunächst die bereits sichtbaren Klimafolgen in der Region analysiert. Als konkretes Beispiel nannte Meder den „Stern“-Kreisverkehr in Wittenberge, der bei Starkregen regelmäßig überflutet wird und daher umgebaut werden muss.

Weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung betreffen die Umgestaltung öffentlicher Plätze:

  • Der Große Markt in Perleberg
  • Der Marktplatz in Bad Wilsnack

Beide Plätze sind derzeit vollständig zugepflastert und bieten keinerlei Schatten. In Bad Wilsnack liegt bereits ein Umgestaltungskonzept vor, das jedoch zugunsten eines Medizinischen Versorgungszentrums zurückgestellt wurde.

Besondere Herausforderungen im ländlichen Raum

„Der Umgang mit Hitze ist ein sehr kompaktes Thema, das auf viele Bereiche zutrifft“, erklärt Caroline Meder. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei die Situation an Schulen: „Wir müssen auch an die Schulhöfe denken. In der Prignitz gibt es keinen naturnahen Schulhof. Kinder haben noch kein ausgeprägtes Verständnis für Hitze, sie spielen einfach auf den zugepflasterten Schulhöfen.“

Weiteres Vorgehen und Finanzierung

Derzeit sucht Meder einen externen Dienstleister für die Erstellung des Konzepts. Eine absolute Bedingung: „Ich brauche eine Agentur, die in die Dörfer geht und nicht das Konzept vom Tisch aus macht.“

Geplant sind regelmäßige Workshops im Zwei- bis Dreimonatsrhythmus, um den Austausch zwischen den Kommunen zu fördern und die Zusammenarbeit zu stärken. Die Kommunen sollen dabei ihre relevanten Projekte in das Konzept einbringen.

Allerdings sieht das aktuelle Förderprogramm nur die Finanzierung der Klimaanpassungsmanager und der Konzepterstellung vor. Für die tatsächliche Umsetzung der Maßnahmen müssen die Kommunen über andere Förderprogramme Mittel beantragen. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung besteht nicht.

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