Trump kippt Klimaschutz-Grundlage: USA erklären Treibhausgase für ungefährlich
Trump erklärt Treibhausgase für ungefährlich

Trump kippt zentrale Klimaschutz-Grundlage in den USA

US-Präsident Donald Trump hat mit einem radikalen Schritt die rechtliche Basis für amerikanische Klimaschutzgesetze ausgehebelt. Er strich das sogenannte Endangerment Finding, mit dem die US-Umweltbehörde seit 2009 die wichtigsten Treibhausgase als Gefahr für die öffentliche Gesundheit eingestuft hatte. Diese Einstufung war die Voraussetzung dafür, dass Grenzwerte für Emissionen festgelegt werden konnten.

Wissenschaftlicher Konsens wird ignoriert

Die Entscheidung steht im krassen Widerspruch zum internationalen wissenschaftlichen Konsens. Der Weltklimarat (IPCC) bestätigt seit Jahren, dass Treibhausgase wie CO₂ die Haupttreiber der Klimakrise sind und die globale Durchschnittstemperatur seit dem späten 19. Jahrhundert deutlich erhöht haben. Diese Erwärmung verstärkt Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen spürbar.

Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel kommentiert: „Es kommt nicht unerwartet, dass Trump nun endgültig dem Klimaschutz in den USA den Stecker zieht. Vorher ist er schon aus der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen ausgetreten.“

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Wirtschaftliche Argumente im Fokus

Trump begründet seinen Schritt mit wirtschaftlichen Vorteilen. Er verspricht „BILLIONEN!“ Dollar Einsparungen für Steuerzahler durch die Abschaffung der Einstufung und „teurer“ Abgasregeln für Fahrzeuge. Konkret sollen 1,3 Billionen US-Dollar an Kosten erspart bleiben.

Doch Experten wie Andreas Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung widersprechen dieser Darstellung: „Beim Klimaschutz geht es vor allem um Investitionen, damit werden Arbeitsplätze geschaffen, damit wird die Wirtschaft gestärkt. Klimaschäden sorgen für Zerstörung und stören das Wirtschaftssystem.“ Die Aussage, dass Klimaschutz mehr koste als Klimawandel, sei falsch.

Konkrete Auswirkungen in den USA

Mit der Deregulierung will Trump die Wirtschaft und Autoindustrie ankurbeln. Doch Verkehrsforscher Alan Jenn von der University of California, Davis, kritisiert in der „New York Times“, die Berechnungen der Trump-Regierung seien nicht nachvollziehbar und beruhten teils auf veralteten Zahlen. Der Bundesstaat Kalifornien und Umweltverbände planen bereits Klagen gegen die Entscheidung.

Viele Regionen in den USA leiden bereits unter den Folgen des Klimawandels. Extremwetterereignisse wie Waldbrände werden mit der Erderwärmung häufiger und heftiger.

Globale Konsequenzen und europäische Reaktionen

Die amerikanische Entscheidung hat weltweite Auswirkungen, da Treibhausgasemissionen global wirken. Die USA gehören mit rund 5,9 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalenten (2024) zu den größten Emittenten weltweit, nur China stößt mehr aus.

Klimaforscher Latif warnt: „Meine Befürchtung ist, dass Trump damit auch global einen Prozess in Gang setzt, den Klimaschutz auf der Agenda weiter nach unten zu setzen. Die ersten Anfänge sehen wir schon in Europa und auch in Deutschland.“ Tatsächlich hat die EU auf Druck rechter Parteien abgeschwächte Klimaziele beschlossen.

Deutschlands Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betont hingegen: „Wir haben ja einen anderen Kurs, und der ist, auf wissenschaftlicher Basis fundierte Entscheidungen zu treffen, die verantwortbar für die Menschen in Europa oder in der Welt sind. Wir stehen zum Klimaschutz.“

Levermann sieht eine globale Spaltung: „Die Welt spaltet sich gerade auf in eine rückwärtsgewandte und eine vorwärtsgewandte Fraktion. Die EU sollte auf keinen Fall kippen.“ Europa habe bewiesen, dass Wohlstand und Emissionsreduktion vereinbar sind.

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