Boizenburgs 'Eichen' im Fokus: Waldumbau löst kontroverse Debatten aus
Der beliebte Stadtwald 'Eichen' in Boizenburg steht im Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion. Seit dem Sommer 2025 war das Waldgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt, da die Gefahr durch umstürzende Bäume als zu hoch eingestuft wurde. Nun sollen umfangreiche Pflege- und Fällarbeiten bis Ende Februar abgeschlossen werden, um die Sicherheit wiederherzustellen. Doch diese Maßnahmen stoßen nicht überall auf Zustimmung und haben den Wald zu einem Politikum werden lassen.
Bürgerproteste und politische Reaktionen
Die Fraktion der 'Bürger für Boizenburg' (BfB) hat ihre Sitzung am 11. Februar direkt in die 'Eichen' verlegt, um offene Fragen zu den geplanten Arbeiten zu klären. Einwohner wie Jens Prötzig äußern Bedenken, dass die Fällung von Bäumen am Waldrand die dahinterliegenden Gewächse gefährden könnte. In einem Brief an Bürgermeister Rico Reichelt spekuliert Prötzig sogar, ob die Maßnahmen mit einer 'Baufeldfreimachung für Investoren' zusammenhängen könnten.
Offizielle Stellungnahmen und forstwirtschaftliche Perspektive
Bürgermeister Rico Reichelt und Jörg Stübe, Leiter des zuständigen Forstamtes Schildfeld, betonen, dass die 'Eichen' aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung in ihrem aktuellen Zustand sind. Sie argumentieren, dass Bäume altern und in einem stark frequentierten Erholungswald wie den 'Eichen' eine potenzielle Gefahr darstellen. Die Arbeiten werden daher mit Bedacht durchgeführt, um den Wald langfristig sicher und zugänglich zu halten.
Die Zukunft der 'Eichen' und ökologische Bedenken
Jens Prötzig stellt angesichts der zahlreichen Markierungen an zu fällenden Bäumen die Frage, ob die 'Eichen' nach den Arbeiten noch ihren Namen verdienen. Er fragt, ob eine Umbenennung des Waldstücks oder die Nachpflanzung von Eichen geplant ist. Die Verantwortlichen verweisen auf die natürliche Aufforstung, die den Wald über Jahrzehnte geprägt hat, und betonen, dass Veränderungen im Ökosystem langsam und stetig ablaufen.
Die Debatte in Boizenburg zeigt, wie schwierig der Spagat zwischen Sicherheit, Naturschutz und öffentlichem Interesse sein kann. Während die Stadt auf forstwirtschaftliche Notwendigkeiten pocht, bleiben viele Bürger skeptisch und fordern Transparenz.



