Sachsens Borkenkäfer trotzen strengem Winter mit körpereigenem Frostschutz
Borkenkäfer in Sachsen trotzen strengem Winter

Sachsens Borkenkäfer trotzen strengem Winter mit körpereigenem Frostschutz

Der langanhaltende Winter mit Schnee und Eis in Sachsen macht den Borkenkäfern keinerlei Probleme. Im Gegenteil: Das aktuelle Wetter erweist sich sogar als günstig für die Schädlinge, da sie ihren Zustand der Inaktivität, die sogenannte Diapause, nicht vorzeitig beenden müssen. Sven Sonnemann, Sachbearbeiter Waldschutz beim Staatsbetrieb Sachsenforst, erklärt: „Ständige Wetterwechsel mit wärmeren und kälteren Phasen sind problematisch, weil die Käfer nicht wieder in den Überwinterungsmodus zurückkehren können.“

Körpereigener Frostschutz als Überlebensstrategie

Heimische Borkenkäferarten sind perfekt an die hiesigen Winterbedingungen angepasst. Sonnemann erläutert: „Borkenkäfer schützen sich mit einer Art körpereigenem Frostschutzmittel, welches ihnen ermöglicht, auch tiefere Temperaturen unbeschadet zu überstehen.“ Daher sei nicht davon auszugehen, dass normales Winterwetter die Population negativ beeinflusse. Entscheidend für das Wachstum der Population sei vielmehr, wann im Frühjahr die Aktivitätsphase beginne. Höhere Temperaturen erlauben einen zeitigeren Beginn und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Generationen im Jahr.

Schadholzmengen seit 2020 deutlich rückläufig

Nach den großen Waldschäden der vergangenen Jahre durch Borkenkäfer hat sich die Lage in Sachsen nun spürbar beruhigt. Seit 2020 sind die gemeldeten Schadholzmengen beim Buchdrucker, einer der wichtigsten Borkenkäferarten, nach Angaben von Sachsenforst rückläufig:

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  • Im Jahr 2020 lag die Schadholzmenge noch bei gut 1,8 Millionen Kubikmeter.
  • Im Jahr 2024 wurden lediglich 135.172 Kubikmeter registriert.
  • In diesem Jahr waren es sogar nur gut 26.000 Kubikmeter.

Das sogenannte Borkenkäferjahr geht allerdings noch bis zum 31. Mai, sodass weitere Entwicklungen abzuwarten bleiben.

Umgang mit befallenem Holz

Sofern das Schadholz rechtzeitig entdeckt wird, wird das Holz verkauft. Dabei sind Preisabschläge laut Sachsenforst eher geringfügig, sofern der Schädlingsbefall die Qualität noch nicht beeinträchtigt hat. Ist der Baum bereits abgestorben, verbleibt er als Totholz im Wald, da die Bruten den Baum dann schon wieder verlassen haben. Sonnemann betont jedoch: „Dadurch ist die Gefahr größer, dass umliegende Bäume betroffen sind.“ Eine frühzeitige Erkennung und Entfernung befallenen Holzes bleibt daher entscheidend für den Schutz der sächsischen Wälder.

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